Band 
Dritter Theil.
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IZ2 XVI. Vertot/CharacterdesAugustus,

Weil Augustus bey allen Gelegenheiten Merkmaaleder Schwachheit und Zaghaftigkeit hatte blicken lassen, somußte er gar oft des Antomus Spöttereyen erdulden; erglaubte daher es würde ihm nöthig seyn , sich einen gutenFeldherrn auszusuchen. Er wahlete den Agrippa; einenMann, der sich von unten aufgeschwungen hatte, von schlech-ter Herkunft war , und folglich nicht viel Aufsehen machenkonnte. Damals sollte man den jungen Pompejus ausSicilien treiben, der sich dieses Landes bemächtiget hatte,und von dortaus die italiänischen Küssen beunruhigte. Au--gustus hatte keine Flotte. Agrippa ließ also Schiffebauen, suchte den Feind auf, schlug seine Verweser zu ver-schiedenen malen, und überwand endlich den Pompejusselbst. Da er aber ein eben so bescheideker Mann , alsgroßer Feldherr war, vielleicht auch die Zärtlichkeit undEifersucht seines Herrn kannte; so schlug er die verdienteEhre eines Siegsgepränges aus.

Da nun August über alle Republikaner gesiegt hatte,so glaubte er, es wäre Zeit, mit seinem Amtögenossen zubrechen. Der Vorwand hierzu konnte einem so verschlage-nen Staatsmanne nicht fehlen. Lepidus, der nicht so garfurchtbar war, als die andern, ward zuerst angegriffen; undder Verlust dieses Mitbuhlers kostete dem August nichtsmehr, als einige Staatshändel und Geld. Dieser Trium-vir, den seine Soldaten nicht sonderlich liebten, ward mit>ten in seinem Lager von ihnen verlassen; und da er garnichtehrsüchtig war, so kostete es ihm wenig Mühe, sich zurückzu ziehen. Anronius machte dem August schon mehr zuschaffen; er war Herr eines Theils von Asien und Asrica;er stand mit vielen großen Königen im Bunde ; er wardvon seinen Soldaten angebethet; und würde folglich un-überwindlich gewesen seyn, wenn er selbst nicht von seinenLeidenschaften wäre überwunden worden. August erfuhr,daß seine Liebe gegen die Cleopatra, ihn von Besorgungder Staatsangelegenheiten abhielt, und schickte also den

Agrippa