Band 
Dritter Theil.
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,98 xxvi. Fontenü, über einer Münze

gezieret. Auf der Gegenseite steht eben dieselbe Minerva,aber mit einer sanstmüthigen und gelassenen Mine, welcWdie Göttinn des Friedens und der Künste andeutet. Ihreaufgeschlagenen Haare machen den ganzen Kopfputz aus,dersich mit einer Art von Korb oder Scheffel, schließt. IhreKleidung ist einfältig und leicht: mit einer Hand hält sieeine Spindel, mit der andern tragt sie auf der rechten Ach-se! einen langen Spieß, der mit einer Art einer Blumen-schnur gezieret ist. Die Schrift endlich ItUä.-

lehret uns, daß dieses die Figur der Nischen Mi-nerva , oder des in den Alterthümern so berühmten pahladn sey.

Man glaubte gemeiniglich, dieses Götzenbild wärevom Himmel gefallen, und Trojens Schicksal hienge da-von ab. Die Römer, die sich rühmten, daß sie es eben-falls besäßen, sahen es als das Unterpfand von der Dauerihres Reichs an, kämie piZnus iinperii. VerschiedeneStädte aber stritten um die Ehre dieses Palladium zu be-sitzen. Die erste war Liris, eine alte Stadt in Lucanien,welche Srrabo für eine Pstanzstadt der Trojaner hält, in- Idem man daselbst die Bildseule der ilischen Minerva sah, !vo 'r-jt I-uolävL' Aocror, eine Stelle, von wel-

cher Tasaubon mit Unrecht glaubt, daß man Uo-a-Äsr,anstatt , lesen müsse; denn wenn es gleich wahr ist,

daß die trojanische Minerva, auch zuweilen polias ge-heißen, so ist es gewiß, daß man sie auch oft Ilias genennt:wie man im Diodor von Sicilien, im Arrian und He-spchius, und in vielen andern Scrkbenten sehen kann; in-sonderheit im philostrarus, der das Palladium vonTroja , nennt. Wenn Tasaubon die

Münze gesehen hätte, die hier erkläret wird, so würde ergewiß in Scrabons Texte nichts geändert haben.

Lavinia, Luceria, Daulis, Argos, Sparta,und viele andere Städte rühmten sich eben dieses Vorzugs:die Ilier aber strikten ihnen denselben allezeit ab. Sie

behaup- j