Band 
Dritter Theil.
JPEG-Download
 

der IUchm Minerva. >99

behaupteten, das Palladium sey niemals von Troja weg-gekommen, und wenn es wahr wäre, daß Aeneas, umes vor dem Brande zu bewahren , dasselbe nach Paläste-psis gebracht, er es doch bald wieder auf die alte Stelle ge-liefert. Wenn man ihnen aber einwendete, daß nach demHomer, solches vom Diomedes und Ulysses wäre ent-führet worden, so antworteten sie: diese beyden Feldherrnhatten im Minervenrempel nur ein falsches Palladium ge-funden , welches man an die Stelle des wahren hingesetzt,so seit dem Anfange der Trojanischen Belagerung an einemunbekannten Orte versteckt gewesen.

Um noch gewisser zu beweisen, daß die Trojaner daswahre Palladium besessen, so bemerket der Herr AbtLontenü, daß von allen Vorstellungen des palladii, keineso ähnlich sey, als diejenige, welche die Ilier auf dieseMünze stechen lassen ; und dieß beweist er mir der Beschrei-bung die man davon im Apollodor findet. Das Palla-dium, sagt dieser Schriftsteller im i B- ein vom Himmelgekommenes Bild, war die Gestalt einer gehenden Person.In der Rechten hielt es eine aufgehobene Lanze; und in derLinken eine Spindel. Ttzcyes und Eustarhius reden fasteben so davon. (Ueber der Ilias Vl Buch) Dieß aberist nun eben das Bild dieses Schaupfennigeö. Zwar wenndiese Schriftsteller das Palladium beschreiben, so sagen sienichts von dem Scheffel oder Korbe, den man hier aufdem Kopfe der Minerva steht: allein, außer daß manihn auch auf dem Kopfe verschiedener andern Gottheiten an-trifft, nicht nur ägyptischer, sondern auch aus andern Län-dern; so kann man glauben, daß es ein Korb, oderLala-tlmü sey, in welchen Minerva die Knäuel gelegt, so siegesponnen. Und in der That haben die Dichter von diesemCalachus ebenso viel Wesen gemacht, als von ihrer Spin-del. Wenn Virgil im Vll B. von der Camilla, derKöniginn der Polster redet, so sagt er:

dlan lila coio Lalstlusve Nincrvaekveminsss slliietL mimiis.

N 4

Diese