Stelle im Pausanias. 275
greifen sollen, daß dieser Sinn , der Gütigker't der Götterviel gemäßer ist; sie hätten sogar einsehen sollen, daß «V«-7rv-?ce, von einem Worte kömmt, welches aus
einem verneinenden « zusammengesetzt ist, zu dem man dasFüllwörtchen «v setzt, welches hier nichts bedeutet, und bloßdas Maaß des Verses voll zu machen dienet-
Es ist daher gewiß, seht der AbtEiedoyn hinzu, daßman das Wort nicht anders verstehen müsse, und
daß pausanias hierinnen mehr gelten muß, als HomersScholiasten, die sich alle in diesen Irrthum durch das An-sehen der tragischen Dichter, insonderheit des Sophokles,haben verführen lassen: welcher, nach dem Vorrechte seinerKunst, die Vorfälle dieser Geschichte, auf alle Weise sohat einrichten wollen, wie sie am schrecklichsten und mitlei-denswürdigsten werden könnten. Nach diesem Sopho-kles, hat (Dedipus vier Kinder von seiner eigenen Mut-ter; er bleibt viele Jahre im Irrthume: da nun sein Ver-brechen an den Tag kömmt, so begleitet ihn seine TochterAnrigone nach Tolon, einem attischen Flecken, allwoer in den Tempel der Eumeniden flüchtet, und der Zorndes Himmels über ihn, durch ein Gewitter mit untermisch-tem Donner und Blitz ausbucht, unter welchem er um-kömmt. Nichts ist erstaunlicher als diese Begebenheiten;nichts ist zugleich geschickter, alle großen Gemüthsbewegun-gen zu erregen, deren das Trauerspiel nur fähig ist.
Nach dem Homer indessen, hat (Dedipus mit seinerMutter keine Kinder gehabt. Er ist zu Theben gestorben,und auch daselbst begraben worden. Der Beweis davonist offenbar, weil Mecistäus seiner Begräbnißfeycr bey-wohnete, und auf selbiger den Sieg in denen Spielen da-von trug, die bey dem Tode dieses Prinzen angestellet wur-den , wie im XXIIl. Buche der Ilias steht, pausaniaserzählet (^tt. Lrlp. 28.) die Sagen von dem Todesorte desDedipus an; allein, als ein verständiger Geschichtschrei-ber, giebt er Homers Zeugnisse den Vorzug, indem selbi-
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