278 XXXVII. Gedoyn, über eine
Boden ihres Hauses gestiegen, und sich aus Verzweifelungerhangen hat, wie Homer an eben diesem Orte saget; soist es ja sonnenklar, daß die Blutschande sogleich ein Endegenommen. Und wenn sollte sie wohl die vier Kinder ge-gehabt haben, die sie nach den Tragödienschreibern vomMedipus gehabt haben soll? Ihr Verbrechen ist auffrischer That sogleich kund geworden, und sie hat sich so-gleich der Verzweifelung überlassen. Sollte diese Verzwei-felung so saumselig gewesen seyn, daß sie ihr Zeit genug ge-lassen hätte, viermal eine Kindeömuktcr zu werden, ehe sieden Entschluß gefaßt sich zu entleiben ? Thut sich nicht dieGütigkeit der Götter allezeit gleich stark hervor, man ver-stehe nun das Wort wie man wolle? Muß man
deswegen eben von der Bedeutung abgehen, welche Didy-mus, Eustarhius, und alle andere, ihm beylegen ? mannimmt hier den pausanias selbst nicht einmal aus, aufdessen Ansehen man sich so sehr steifen will, und dessen Artzu schließen, man mit seinem Ausleger verwirret, welcherdas, was dieser Schriftsteller von Homers Verse sagt, soüberseht: <)ui enim ejus ilagitü kÄin» liittim poluissel ribo-leri, t> grmtuor kuillem ex locastr» libcri lulcepti ? NAehätte der Rufs von einer so ehrlosen That ausgetil-get werden können, wenn Oedipus vier Rinder vonder Jokasta gehabt hätte ? Diese Betrachtung ist, nachdem Herrn Boivin ganz abgeschmackt, und von despamsanias seiner gänzlich unterschieden. Vilmn est 8uper>8icelus uboiere. Dieser Ausdruck, abolere, bedeutet noth-wendig, entweder denjenigen, der das Verbrechen began-gen, für unschuldig erklären, oder dasselbe den Menschenverheelen, oder endlich das Andenken davon austilgen.
Im ersten Falle würde die Folgerung lächerlich seyn,und so viel heißen: die Götter erklärten den Oedipus unddie Jokasta für unschuldig; also können seit der JokastaVermählung mit ihrem Sohne, nicht vier Kinder geboh-ren seyn. Im andern Falle klingt die Folgerung nicht viel