z6o x^v. Mandajor, von Hannibals
Da ist nun also des Lampanus Irrthum schon überdas Gebirge gekommen. Und in diesem Zustande war dieSache, als drey Gelehrte des XVI Jahrhunderts, dieUebersehung der plutarchischen Leben nach dem griechischenTexte unternahmen; nämlich Amyor im Französischen, Ty-lander und Cruser aber im Lateinischen. Ihre Meynun-gen von Scipions Leben waren verschiedentlich. Amyor,der erste von diesen dreyen, dessen Uebersehung herauskam,scheint sie nicht gewußt zu haben; wenigstens giebt er es inseiner Vorrede zu verstehen:
Es ist wahr, sagt er, daßPlukarch noch viel an-dere Leben geschrieben, die uns der Grimm der Zei-ten entrissen hat, wie er selbst ausdrücklich des Le-bens vom africanischen Scipio, vom numidischenMe-tellus u. s w. gedenkt. Ich habe, seht er hinzu, einenkleinen Brief von einem seiner Söhne gesehen, wor-unter kein NAmen steht, und der aus einer altenHandschrift des Bächervorraths zu St. Marcus inVenedig abgeschrieben worden , in welchem er aneinen seiner Freunde das Verzeichnis) aller Werkeschickt, die sein Vater verfertiget harre. Hier setzter nun unter die gepaarten Leben, auch Scipionsund Epaminondas seines, und an das Ende von Cä-sar Augusts Leben, des Tiberiuö, Caligula, Clodius,Ne-ro, Galba, Vitellius und Otto, ihre; nach aller er-finnlichen Mühe aber, womit man die vornehmstenBücherschätze zu Venedig und Rom durchsucht hat,habe ich ste dennoch nicht finden können; ich habenur dadurch viele verschiedene Lesarten gesammler.
Hieraus nun sieht man, daß Amyor, welcher unterdem Briefe von plurarchs Sohne, des LampriasVer-zeichniß versteht, welches seitdem in die Ausgabe von 1624und in des Abts Tallemant seine gedruckt worden, Han-nibals und Scipions Leben nicht gekannt; oder sie dochals neue Werke angesehen hat; welches er gleichwohl mitirgend einer Anmerkung hätte anzeigen sollen.
Tylan-