Band 
Dritter Theil.
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406 isti.Chamborts,Hochachtung dev Deutschen

ßer Verehrung stunden, so setzt er hinzu, daß die Ehrer-biethung,^ man gegen sie gehabt, ungehauchelt und unverstelltgewesen. Also überließen denn auch die Deutschen, einkriegerisches Volk, die die Waffen für die größte Zierde derMänner hielten, dem Frauenzimmer die friedlichen Tugen-den, und lernten dieselben, nach der Zurückkunft aus ihrenFeldzügen, von ihnen. Dieses machte sie, nach dem Be-richte vieler Schriftsteller, sanftmükhig, angenehm, gnädig,großmüthig, voller Ehrliche und Offenherzigkeit; lauterEigenschaften, die den kriegerischen Tugenden einen so gro-ßen Werth ertheilen, daß ohne dieselben, die Tapferkeit selbstnur eine barbarische Wildheit ist.

Man kann also in dem Heldenmuthe der alten Deut-schen, die erste Quelle der Hochachtung finden, die sie gegenihr Frauenzimmer hatten. Da es aber ihnen noch mehrEhre macht, wenn man zeigt, daß sich dieselbe auch aufbesten wesentliche Verdienste gegründet hat; so handeltHerr von Chambort diesen Punct mit vieler Gefällig-keit ab. '

Wenn Aristoteles im i B- seiner Ahecorik die Ei-genschaften erkläret, so man am Frauenzimmer loben kann,so fangt er bey den Vorzügen des Leibes, nämlich derSchön-heit und Gestalt an. Die Schönheit besteht in der richti-gen Verhältniß der Gliedmaßen, und in derjenigen Anmuth,die man sich bester vorstellen, als beschreiben kann. Ciceros*)welcher dem Herrn von Chamborc dieses Vildniß derSchönheit darbeuth, theilet dieselbe in zwo Arten: in eineSchönheit der Annehmlichkeit, die insonderheit dem Frau-enzimmer zukömmt, und in eine Schönheit der guten Ge-stalt und des Ansehens, die beyde Geschlechter betrifft; undbey Personen vom ersten Range, die Majestät genennetwird. Bey dem Frauenzimmer hat man allezeit die Schön-heit für eine nöthige Eigenschaft gehalten , und diejenigenfür unglücklich geschaßt, die derselben gänzlich beraubet wä-ren r ja die erste und oftmals die einzige Frage so man ih-

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