Band 
Dritter Theil.
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gegen das Frauenzimmer. 407

renthalben thut, ist diese, ob sie schön sind? Die Alten ha-ben diesen Punct ebenfalls nicht vergessen, wenn sie Gele-genheit gehabt haben, von dem deutschen Frauenzimmer zureden. Wenn Diodor von Stellten K>K. I.. 2. von denVölkern redet, die jenseits und diesseits des Rheines woh-nen, so sagt er: ihr Frauenzimmer sey ausnehmend schöngewesen; und Athenäus schreibt, -in des XIH. B. g C.daß unter allen Barbarn, die Celten, so nennt er die Deut-schen, die schönsten Weiber gehabt:

Weil die alten Deutschen,nach dem Tacikus, eingebohrne, und allezeit Herren ihresLandes geblieben waren, ohne daß sich andere Völker mitihnen vermenget hatten: so hatten sie sich unter einanderverbunden, und sahen daher einander dem äußerlichen An-sehen nach, fast alle gleich; und so viel Unterschied auch dieNatur unter den Personen gemacht hat, so besaßen die deut-schen Weiber gemeiniglich eine Art von Schönheit, daranman sie leichtlich erkennen konnte: Habitus oorporum iclenivmnibns.

Herr von Chamdorr macht, nach dem Berichte derAlten, folgende Abschilderung von ihnen. Gemeiniglichhatte das deutsche Frauenzimmer ein lichtes, langes, dickesund reichliches Haar; blaue Augen; starke und mehrentheilsordentliche Gesichtszüge; eine schöne Farbe; eine sehr weißeHaut; eine Lebhaftigkeit und Fleischigkeit, die die Kenn- -zeichen einer guten Nahrung und vollkommenen Gesundheitsind. Sie waren lang, geschmeidig und wohlgewachsen; ihrGang und ihre Stellung war edel; ihre Mine groß, sogarein wenig stolz, kühn und männlich: alles dieses aber warmit einer Bescheidenheit und Schamhaftigkeic verbunden,die auch eine mindere Schönheit hätten heben können.

Herr von Chambort will hiedurch den blonden Wei-bern nicht allein den Preis der Schönheit zutheilen ; nurerzählet er, zum Vortheile der deutschen Schönen: daß die al-ten Dichter, wenn sie ihre Göttinnen und Heldinnen ge-schildert, sie alle fast, blond, weiß, und lang abgemalet.

Cc 4 Die