Henrions Leben. 495
I7OI. vorschlug. Hier nun fand er die Herrn Vcrillant,Galland und einige andere AlterthumSkundige, mit de-nen er oft das Vergnügen hatte, seine Kräfte zu versuchen;denn er liebte einen nützlichen Wortstreit. Vorlesungenvon zwo bis drey Stunden lang, kosteten ihm nur die Zeitzwischen einem Sitztage und dem andern, und dergleichenhielt er oft- Seine Fertigkeit aber verblendete ihn garnicht, im Absehen auf den Grad der Vollkommenheit, dener in seinen Werken begehrete. Denn, da es ihm nichtmöglich war, dasjenige, was einmal aus seiner Feder geflos-sen, noch einmal umzuarbeiten; so gab er es lieber zu denNachrichten der Akademie gar nicht hin: und daher-kommt eö daß man nichts von seinem Namen hat, als wasin den ausführlichen Schriften steht, und nur sehr wenigin der bisher herausgekommenen Geschichte.
In dem il. Th- der Geschichte findet man von ihm,den Entwurf eines neuen Lehrgebäudes von den samarira-Nischen Münzen: welcher, ob er gleich in der Eile ausge-setzt worden, dennoch der Aufmerksamkeit der Gelehrtenwürdig ist.
Die jüdischen Münzen, welche bis auf unsere Zeitengekommen sind, und mit samaritanischer Schrift den Na-men Simon führen, sind allezeit dafür gehalten worden,daß sie vom Simon Macchabaus waren: welchem wiedie Schrift uns lehret, Anriochus der große das RechtMünzen zu schlagen, verstattet hat. Herr «^enrion aberward andrrer Meynung, als er eine sonderbare Mün-ze in des Herrn von pontcarre, ersten Präsidenten desParlaments zu Rouen, Cabinete sah. Diese Münze, dievon Silber, und eben so groß, von eben dem Ansehenund Gewichte, als die römischen Kaisermünzen ist, scheintAnfangs mit des Kaisers Trajan Stämpel geschlagen zuseyn; lind es ist noch ein Theil von der Aufschrift der Mün-zen dieses Prinzen darauf zu sehen. Allein daö Stück istmit einem andern Stämpel überschlagen worden, welcher