Band 
Dritter Theil.
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Renaudot Leben. 507

vom Abendmahle, davon er bereits hinlänglich geredet hat-te, und beschließt sein Werk, mit tiefsinnigen Betrachtun-gen über den Dienst der Heiligen und der Bilder, über dieTraditionen, über die morgenländischen Übersetzungen derBibel, über das Gebeth für die Todten, und mit einem Ur-theile über die vornehmsten Schriftsteller, die von allendiesen Dingen geschrieben haben.

Die Ausführung dieses Vorhabens hatte den HerrnAbt Renaudor angetrieben, einest große Menge orien-talischer Handschriften von allerley Art zu lesen, und auszu-ziehen, daß er im Stande war, in eben dem Jahre da eroberwähnten fünften Band herausgab, eine lateinische Ge-schichte der alexandrinisthen Patriarchen, vom Gt.NArr-cus an, bis zu Ende des XIII. Jahrhunderts, nebst einemVerzeichnisse ihrer Nachfolger herauszugeben. Dabey be-fanden sich historische Sammlungen, von Kirchensachen derJacobiren, unter des Antiochus Patriarchate, von Ae-rhiopien, bJubien und Armenien; und eine abgekürz-te mahometanische Geschichte, zur Erläuterung der ägypti-schen Begebenheiten.

Aus eben dieser Quelle und von eben dieser Handempßeng die Welt noch im 1716.Jahre, die weitläufigsteSammlung st st gesehen worden, von den morgenländi-fchen Liturgien, zum.Gebrauche der Aopren, Jacobi-ren, Melchiren, aus Syrien und der Nestorianer. DerHerr Abt Renaudor hatte sie nicht bloß aus Neugierdsund zum Zeitvertreibe aufgesucht und überseht, sondern alsBeweise alles dessen, was in dem Buche von der immer-währenden Dauer des Glaubens, von der allgemeinenMeynung st vieler verschiedenen Kirchen, wegen der we-sentlichen Gegenwart war gesagt worden. Damit nundiese Beweise desto deutlicher und nützlicher würden, stfügte er ihnen noch Abhandlungen, von dem Ursprünge undAnsehen der orientalischen Liturgien, und von denen in derüstrandriiiischen Kirche insonderheit, und von der kopti-schen