Band 
Dritter Theil.
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Renaudot Leben. 509

Conde, und dessen zween Neffen, die Prinzen Conti,vertrauten sich ihm, und giengen ganz freundschaftlich mitihm um; der König selbst aber hielt es genehm, daß seineStaarsräthe ihm gewisse Sachen anvertrauten, und seineAussähe im Staatörathe läsen.

Im 1689. Jahre erwählete ihn die französische Aka-demie, an die Stelle des Herrn Doujac; und zwey Jah-re darauf, folgte er in der unsrigen dem Herrn Duinaulr.

Im booten Jahre begleitete er den Cardinal vonf^Salllcs nach Rom, und giengmit ihm in das Concla-ve, allwo er ihm und den andern französischen Cardinalensehr nützlich war. Clemens der XI- ein gelehrter Mann,und welcher schon vorlängst von des Herrn RenaudotSVerdiensten eingenommen war, gab ihm gleich in den er-sten Tagen seines PontificatS, öffentliche Merkmale seinerHochachtung. Er beredete ihn, noch acht Monate nachder Abreise des Cardinalö in Rom zu bleiben. Außer denordentlichen Aufwartungen nun, die er bey dem Pabste hat-te, befahl derselbe auch, er sollte so oft vor ihn gelassenwerden, als man ihn sehen würde; eine ganz besondereGnade, und die noch keinem Franzosen begegnet war.Der Pabst bath sich von ihm auch etwas aus, und erhieltes nicht ohne Mühe. Es war dieß, daß er von seinenHänden eine Priorey annehmen sollte, die von ihm besetztwerden konnte, und in Bretagne lag. Herr Renaudocweigerte sich sehr; weil er sich eine ganz andere Lebensartvorgesetzt hatte. Allein das Anhalten des Pabstes, dieMäßigkeit der Einkünfte, und eine Art von Befehl, den ernoch vom Cardinale von Noailles zu erhalten begehrete,der sein Bischof war, überwanden endlich seine Unschlüßig-keit in Annehmung dieser Pfründe.

Er reifste von Rom ab, und als der Großherzögerfuhr, daß er über Florenz gehen würde, so schickte erihm sehr weit entgegen, behielt ihn einen ganzen Monat

auf