Herrn Baudelots. zzi
man könne zum Vortheile eines Schriftstellers nichts darausfolgern, welcher im Absehen auf die Aufrichtigkeit in soschlechtem Russe steht, als (l). Currius.
Die Liebe der Wahrheit, so ihn zu diesem Unterneh-men trieb, ward gleichwohl von dem Ansehen des Tadelsder damit verbunden war, bestritten. Damit er nun we-nigstens den Verdacht desselben ablehnete, so unterschrieber seine Briefe von Luremburg aus, richtete sie an denHerrn Marquis von Dangeau, mit dem er gar in kei-nem Briefwechsel stand, und gab sich selbst für einen Unbe,kannten aus, indem er sich Adele nannte. Allein dieserAnschlag gelung ihm übel; und seine Schreibart, die Einrich-tung und der Ueberfluß seiner Gelehrsamkeit, verrieth ihn.Sein aufgebrachter Gegner antwortete ihm gerade zu, griffsogar seine Person an, und zwar so heftig, daß selbst dieMonacschriften ihm solches auf eine Weise verübelten, welchedem Herrn Baudelot alle Vortheile einer Gegenantwortversicherte; wenn nicht die christliche Liebe, die den ihm stär-ker war, als alle weltliche Kenntniß, ihn bewogen hatte, dießVerfahren zu verschmerzen.'
Zu Ende des 1705. Jahres, ward Herr Baudelocden Uebungen dieser Akademie beygesellet; und da sie nichtgewohnt ist, von ihren neuen Mitgliedern eine öffentlicheDanksagung zu erhalten, so gab ihm seine Erkenntlichkeitan die Hand, zur Materie seiner ersten Vorlesung, eineAbhandlung von den öffentlichen Danksagungen der Altenzu nehmen. Nachdem er nun alles angeführet hatte, wasman in ihren Schriften nur sonderbares und rührendes vonder Dankbarkeit finden kann, so Handelteer von den verschie-denen Arten wie sie ihrer Pflicht, durch Lobsprüche, Ge-schenke, Opfer und Festtage, nachgekommen. DiesesWerk, zu welchem so zu reden das Herz den Witz bewogenhatte, ist unter den Handen seines Verfassers allezeit an-gewachsen, und könnte jetzt einen dicken Quartband aus-machen.
Sein