über voriges Fragment vom Livius. 159
Bibliothek dieser Abtey an zahlreichen und alten Hand-schriften sehr reich gewesen, darinn viele Gelehrte sichoftmals Raths erholet hätten; daß die Urschrift nach wel-cher Rlockius seine Abschrift verfertiget, eine Handschriftaus der mittlern Zeit gewesen, ja jünger sey, als daßneunte Jahrhundert, indem die Doppellaute darinn nichtangemerket waren; woraus sie denn einen ganz unverdäch-tigen Zeitpunct erhält, der sie nothwendig einem ungleichältern Schriftsteller zueignet, dessen Schreibart alle Spu-ren des schönen Alterthums an sich hat. Ist es nunderselbe Livius selbst? oder ist es einer seiner Zeitgenos-sen? oder endlich einer, der kurz nach ihm gelebet hat?
Der erste Einivurf, den man wider die Meynung ge-macht hat, die sie dem Livius selbst beyleget, geht dieBerathschlagung an, welche das Begehren der Mamer-tiner zu Rom veranlasset hat, und deren dieses überblie-bene Stück nicht erwähnet. Die umständliche Nachricht,saget der Kunstrichter, welche man im polybius davonfindet, war gar zu wichtig, als daß Livius sie mit Still-schweigen würde Übergängen haben.
Allein »Herr Schöpslm antwortet auf diese Schwie-rigkeit : daß da dieses Fragment zu Anfange verstümmeltist, die Berathschlagung nicht mehr dabey sey, und nurder zu Rom gefaßte Entschluß darinnen zu finden ist;den man endlich erwählet, nachdem die Sache auf allenSelten überleget worden. Der erste Absah des Frag-ments saget, rmxiliLnclnin ^Zmerkiniü (lecrevit,
?opu1us 8.0M3NN8. Es ist also wahrscheinlich, daß dasfehlende Stück, die Streitigkeiten zwischen dem Senateund den Plebejern enthalten habe, davon polybius inseinem ersten Buche redet.
Wenn aber Livius von der Flucht der Rarthagi-neuster schreibt, würde er wohl den Ausdruck gebrauchthaben: virkutem lGmanam 2>Iuz Kguo kormiäantibns?
Er,