Band 
Neunter Theil.
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76 IV. Frerets Anweisung

Auf dem andern Ende unserer Halbkugel, lassen sichdie Tongustr zu Senisca, sowohl die Männer als Wei-ber, das Gesicht gewaltig einkerben.

Im ganzen mitternächtlichen Amerika, beschmieretman sich das Gesicht mit mancherley Farben, und drücketsich verschiedene Figuren ein; wenn man durch kriegerischeThaten das Vorrecht zu dieser seltsamen Annehmlichkeit er-halten hat: so wahr ist es, daß die Menschen oftmals auchda Originale sind, wo man glauben sollte, daß sie nur an-dere nachäffen. Denn wir denken nicht, daß die Gleichför-migkeit so vieler entferneten Völker, in einem so seltsamenFalle, irgend jemanden als ein Beweis vorkommen sollte,daß auch ihr Ursprung einerley sey. Gleichwohl müßte mandieses folgern, wenn man gewissen Schriftstellern nachah-men wollte, die aus dieser Ähnlichkeit einen allgemeinenSchluß machen. Es ist gewiß, daß dergleichen Verhält-nisse wohl auch mit Beweisen von einer andern Art zusam-men treffen können, und ihnen so gar viele Stärke geben;allein, wenn sie allein sind, so entscheiden sie nichts un-bedingt.

Vierte Beobachtung.

viertens muß man, so viel als möglich ist, untersuchen,was für Ursachen gewisse Völker angetrieben haben, sich inverschiedene politische Körper zu theilen, deren Regierungund Bestes abgesondert waren; ferner sich in Staaten abzu-sondern, die sich durch besondere Namen unterschieden, undoft eine der andern Feind waren. Dergleichen waren z. E.die Sarmaren, von welchen Pomponius Mela imryten Eap. saget: VnZ Z0N5, aliquot populi et üliguor No-mina; und die Lygiee, welche die zwischen Germanienund dem Boristhenes gelegenen Länder, oder was wiranjetzt durch den allgemeinen Namen polen ausdrücken,bewohneten: lchvAlorum Nomen in plures civittires ciiüulum.

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