Band 
Neunter Theil.
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die alte Geschichte zu erlernen. 77

Wenn es auf die Geschichte der mittlern Zeit an.kömmt, so bedienen wir uns mit dem Herrn Freuet desAusdruckes Nation, Volk, um eine gewisse Anzahl vonStaaten anzudeuten, die einerley Ursprung haben, einerleySprache reden, aber nach verschiedenen Mundarten; undwelche dem ihnen allen gemeinen Namen, noch einen einerjeden unter ihnen eigenen Namen beyfügen; an welchemman endlich zuweilen unter den Menschen eine gewisse eige-ne Achnlichkeit der Gestalten bemerket, die sie von andernVölkern unterscheidet: fast eben so wie bey den Pflanzenoder Blumen, alle Arten einer Gattung gewisse allgemei-neCharactere haben. Wir bedienen uns des Wortes Lire,6taar, um die politische Vergesellschaftung vielerlei) Volksanzudeuten; und durch das Wort Volk, verstehen wir ei-ne gewisse Anzahl von Leuten, die durch solche Bande ver.bunden sind, welche sie zu Gliedern eines Körpers machen,sie einerley Gesetzen unterwerfen, und an einerley Nutzenverbinden.

Fünfte Beobachtung.

fünftens, muß man bemerken, daß die Verbindungen ver-schiedener Theile eines einzigen Volkes, da sie verschiedeneVersammlungen ausmachen, auch sehr verschieden seyn kön-nen ; und in der That, nachdem die Umstände sind, sich insUnendliche verändern. Zufolge dieses oder jenes Vorfalles,kann es geschehen, daß mancherley kleine Völker sich in eineinziges Reich zusammen sammlen; und hingegen ein Reichsich in viele kleine Völker theilet.

Im ersten Falle, kann der Namen eines in seinem Ur-sprünge nicht sehr schätzbaren Volkes, und welches nur ei-nen kleinen Strich Landes bewohnete, auf einmal einemmächtigen Reiche den Namen geben; indem dieses Volk et-wa seinen Namen allen andern mittheilet, die sich mit ihmvereiniget haben. So ist der Namen der Eorhen oder

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