die alte Geschichte zu erlernen. 99
daß anderntheils die deutschen Sprachen sich nach und nachdurch die Einführung lateinischer Wörter verschlimmerten,welche endlich die Oberhand gewannen. Durch diese Ver-rnengung dieser zwo Sprachen, durch welche die Wörter dereinen beybehalten, und der Sprachlehre der andern unter-worfen werden, haben sich die neuern Sprachen, als dasItalienische, Französische und Spanische gebildet.
Wir haben uns bey diesem Artikel etwas lange auf-gehalten, weil es uns scheint: daß diejenigen, die von demUrsprünge der Sprachen geschrieben, nicht allezeit die zwoverschiedenen Arten der Verstümmelungen genugsam bedachthaben; welche an denen zwo Gattungen der Mundartenschuld sind, davon wir hier geredet haben. Man weis,daß das Italienische, Spanische, Gasconische, Fran-zösische, undalle ihre Unterabkheilungrn, im Grunde nichts,als Verstümmelungen des Lateines sind: welches Lateinselbst eine Verstümmelung des alten pelascrischen Grie-chischen, mit den Sprachen der Siculer oder Iberier,der Llvucncr, oder Ilkyrier, und der alten Einwohnervon Umbrien, eines gallischen Volkes, vermischet gewe-sen. Alle Sprachen, die man im Norden unseres Welk-thcileS spricht, laufen auf vier Hauplsprachen hinaus, diesich in eine große Menge von Mundarten eintheilen.
Die erste ist die deutsche Sprache, welche in Deutsch-land und in denen Ländern geredet wird, allwo die deutschenColonien sich niedergelassen haben.
Die zweyte ist die Sclavonische, welche sich über-haupt von der Weichsel bis an die Wolga, gegen Mor-gen, und von den benachbarten Ländern des baltischenMeeres, bis an den Mittag der Donau und an die Grän-zen von Griechenland erstrecket.
Die dritte ist die Tartarisibe, wenn man diesen Na-men im weitlauftigsten Verstände nimmt. Der Gebrauch
G » dies«