der erste«: Völker in Italien. 141
sie als eine über die See gekommene Colonie an, die sichso gleich in Toscana niedergelassen. Nun ist es viel wahr-scheinlicher, daß Rdälicn, weit gefehlet, daß es nach diesemvon Tojcauern sollte seyn bevölkert worden, selbst Tosca,nie» dessen erste Einwohner dargegcben habe. In derThat waren die Rasener zu Lande nach Italien gekom-men. Sie drungen durch das Tridenrinisttze und die Mün-dung der Er seh hinein; und das Land, welches sie anfäng-lich besaßen, hatte einen ganz andern Umfang, als das ei-gentliche Herrurien, wie j)olybius ausdrücklich versichert.Zur Zeit ihrer größten Gewalt, waren sie die Herren, nichtnur von Heceurien, sondern auch fast von ganz Umdrien,und allem dem gewesen, was seitdem die Gallier, Leno-mancr, Bojer und Lingoner eingenommen hatten; dasheißt, von der ganzen Gegend, die sich von beyden Seitendes s)o, von der Adda bis anS Meer erstrecket. Folglichberührten sie damals die Alpen, aus denen sie ursprünglichHerkommens waren, und hatten, eigentlich zu reden, nur dieGränzen ihres ehemaligen Vaterlandes weiter gerücket, oh.ne hinaus zu gehen. Da nun die Länder, welche Rhäkienvon Toscana trennen, ihnen nachmals von andern Völkernabgenommen worden, so brachte diese Trennung die Spurihres ersten Ursprunges aus dem Gesichte.
So bald sie nun den Fuß in Italien gesetzet hakten,blieben sie bey dem Norden des postusseö stehen, allwSsie zwo Städte baueten, Mantua und Adria. Manmablieb allezeit eine toscanische Stadt; die Starke ihrer Lage,setzete sie in den Stand, den Galliern zu widerstehen: undda sie mit Rhätien zusammen hieng, so behielten die To-scaner das Land zwischen dem Po und der Ersetz. Adria,welches eine Strecke vom Meere erbauet war, ward zurZeit der hellenischen Colonien so berühmt, daß es auch demMeerbusen seinen Namen ertheilste.