Band 
Neunter Theil.
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XI. Sattlers Übersetzung

Weltweisen denken, daß altes, was gewesen ist, noch ist, undkünftig seyn wird, von der Natur, oder von der Kunst, odervon dem blinden Zufalle, hervorgebracht worden ist.

Die Natur und der blinde Zufall, sagen sie, habendie größten und schönsten Dinge hervorgebracht, die unörühren. Die allerkleinsten sind ein Werk der Kunst; die,indem sie das, was die Natur hervorgebracht hat, zu ihremMuhen anwendet, den Dingen eine neue Gestalt giebt, undalle Werke hervortreten läßt, die wir Kunstwerke nennnen.Folgendergestalt entwickelt sich ihr Lehrgebäu noch besser.

Die Natur und der blinde Zufall haben das Feuer,baS Wasser, die Luft und die Erde hervorgebracht: dieKunst hat keinen Theil an allen diesen Dingen. Aus diesenganz unbeseelten Elementen, haben sich nach der Zeit, dieErdkugel, die Sonne, der Mond, die Sterne, nach demMaaße gebildet, wie jeder Theil dieser Elemente, durchLeine eigene Kraft getrieben, andere dergleichen begegnet undgenau verbunden hat. Nach dem Maaße, wie durch denblinden Zufall, die heißen Körper sich mit den kalten Kör-pern, die trockenen mit den feuchten, die weichen mit denharten, die widrigen mit den widrigen vermischet haben;hat diese nothwendige und ungefähre Vermischung plötzlichdie unermeßliche Größe des Himmels, und alles dessen, wasrr in sich begreift, entwickelt. Daher sind alle die beseeltenWesen und die Pflanzen entstanden.

Auf diese Auswickelung folgete die Verschiedenheitder Jahreszeiten. Diese Einrichtung muß man, wie siesagen, nicht einem verständigen Wesen, nicht irgend einerGottheit, nicht der Kunst; sondern der Natur und demblinden Zufalle zuschreiben. Die Kunst ist erst nach derNatur gefolget. Da sie vergänglich und eine Erfindungder Sterblichen ist: so kann sie auch nichts als nichtigeSpiele hervorbringen, die wenig Antheil an der Wirklich-