zir xx. Mandajor,
zuführen. Er war also ein zwiefacher Feind der Christen,als ein Weltweiser und als ein Oberpriester; und folglichweit entfernet, sie denen wider sie gegebenen Gesetzen zuentziehen.
Gleichwohl schreiben die mehresten neuern Schrift-steller, welche von der Kirchengerichte gehandelt haben,dem Marcus Aurelius ein Gesetz zu: durch welches er,ohne die vorhergehenden zu wiederrufen, die die Christen zumTode verm theileten, anbefohlen, daß ihre Ankläger eben-falls die Todesstrafe leiden sollten.
Die Seltsamkeit dieses Gesetzes, welches viel zu un-vernünftig ist, daß es ein Werk eines solchen vernünftigenPrinzen seyn sollte, hat den Herrn von Mandajor, ei-nen bejahrten Beysitzer unserer Akademie gerührel. Eruntersuchet die Gründe dieser Meynung, in einer Abhand-lung, die er uns den igten Jänner 1744 einreichen lasten,und deren Inhalt wir mittheilen wollen.
Man weis, daß das römische Kriegsheer, in wahren-dem Kriege, welchen Marcus Aurelius mit den Duadenund Marcomannen führet«, unglücklicher Weise in einenges Thal gen'eth, welches mit Bergen eingeschlossen war;und wo sie fast vor Hunger und Durst ungekommen wären.Ein starker Regen, mit Blitzen und Donner vermischet,rettete die Legionen; und der Kaiser hatte den Sieg die-sem unverhofften Ungewi'tter zu danken, welches alle seineSoldaten als eine Gnade des Himmels ansahen.
Die Christen, die sich in ziemlicher Anzahl unter die-sem Heere befanden, zweifelten nicht, daß Gott dieses Wun-derwerk auf ihr Geberh habe erfolgen lasten. Unter denHerden schrieben es einige dem Gebethe des Kaisers selbstzu, den seine Tugenden des Schutzes der Götter so würdigwucheren; aiwere, den Zaubercyen des Schwarzkünstlers
Arnu-