Band 
Neunter Theil.
JPEG-Download
 

Zn

XX.

Des Herrn von Mandajors Ak-

haMmg übel' ein vermeyntesGesch, wel»

ches Maccus Aurelius zum Vortheile der Chri-sten gegeben haben soll. 1744.

arcus Aurelius war ein Weiser, der auf demThrone saß. Als ein würdiger Erbe der Tugen-den und Gewalt des Amomnus, sah er sich fürden Verwalter der Gesetze, und als ein Werkzeug an, des-sen die Vorsehung sich bcdienete, die Menschen glücklich zumachen. Seine Regierung war voller Mäßigung, Mensch-lichkeit, und Gerechtigkeit. Weder die Römer haben ei-nen bessern Fürsten gehabt, noch Zeus einen Schüler, derfähiger gewesen wäre, dem korticu« Ehre zu machen»Gleichwohl ergieng es den Christen unter seiner Regierungnichts besser, als unter feinen Vorfahren: und wenn er jakeine allgemeine Verfolgung wider sie verordnete, ft> hinder-te er doch auch alle die Verfolgungen nicht, die zu seinerZeit den Frieden so vieler besondern Kirchen störeten.

Die Grundsätze der stoischen Wektweisheit / derenStrenge die Sanstmuth seines Characters nicht geänderthatte, hatten unfehlbar vielen Einfluß in sein Verhaltengegen die Christen. Zensus Secte, die sowohl unver-träglich als abergläubisch war, verwies alle fremde undneue Religionen, da sie doch zu gleicher Zeit den albernstenFolgerungen der Vielgötkerey Raum gab. Außerdemsetzte sich Marctts Aurelius, welcher vom lTPuna ab-stammen wollte, diesen Prinzen zum Muster vor; und seinganzes Bestreben gieng nur dahin, die alte Religion derersten Römer, deren Stifter dTuma gewesen, wieder ein-

U 4 zuführen.