Band 
Neunter Theil.
JPEG-Download
 

Z74 xxvn. Belley,. über den Todesort

Thron zu besteigen, und stelle ihm nach dem Leben. Sie-geriet) ward durch diese Verläumdung seiner Stiefmutter,ein Schlachtopfer der Leichtgläubigkeit seines Vaters, derihn erdrosseln ließ «/); dieß geschah im Zysten Jahre.Kaum hatte er den letzten Seufzer gethan, als der unglück-liche Sigismund seine Unschuld erkannte. Voller Schmer-zen, warf er sich auf den Körper seines Sohnes, und indemer ihn voller Zärtlichkeit umarmete, wusch er ihn lange Zeitmit seinen Thränen. Hierauf begab er sich in das Mo,ritzklostcr, macheke daselbst eine Stiftung, welche er für fä-hig hielt, seilte Reue verdienstlich zu machen, wie die Andachtjenes Jahrhunderts es mit sich brachte; und kam erst nachLpon wieder zurück, nachdem er einige Zeit in dieser Ein-samkeit zugebracht hatte.

Allein, weder seine Thränen, «och seine Reue, konntenihm die Herzen seiner Unterthanen wieder gewinnen helfen.Tbeodorich, der Großvater des jungen Prinzen, sah in sei-nem Eidame weiter nichts, als den Mörder seines Enkels.Zu allem Unglücke, verlor Sigismund damals den heil.Avirus, Bischof zu Vienne, der ihn in der katholischenReligion unterwiesen hatte; und ihm so wohl durch seineRathschläge, als auch durch sein Ansehen, darein ihn ein anallen Höfen Galliens allgemein verehretes Verdienst gese-Het hatte, nützliche Dienste hätte leisten können.

Chlorildis, welche damals schon Wittwe des Chlo-doväus war, erfuhr gar bald, was sich in Burgund zu-trüge. Sie war eine tugendhafte Prinzessinn; aber zugleicher Zeit so rachgierig, daß sie den Platz, den wir ihr imHimmel einräumen, vermuthlich einer ernstlichen Buße zudanken hat. Da sie nun sah, daß Sigismund ein Ge-genstand des allgemeinen Hasses geworden war, rief sie ihredrey Söhne Llodomirn, Lhildcberrcn und Chlotar»zusammen, und ermahncte sie sehr beweglich, in Sigis-

munds

al) Mai // ctiron. snn.zrr.