Königs Sigismund von Burgund. 375
munde Person die Schandthaten des grausamen Sonde,balds zu bestrafen.
Die Begierde, eine Mutter zu rächen, noch mehr aberdieLust, ihr Erbtheil durch die Ueberbleibsel des König,rcichs Burgund zu vergrößern, gab diesen drey französi,schen Prinzen das Schwert in die Hand. Sie fallen inSiegmunds Staaten ein, welcher eine Schlacht waget,und sie verliert. Nach seiner Niederlage wollte er sich inMönchötracht in das Moritzkloster retten, und hielt sichgleich anfangs an einem heimlichen Orte, auf dem Wegenach der Abtcy verborgen. Allein, seine eigenen Untertha-nen verriethen ihn, und gaben den Franken seine Zufluchtan. Hier nun machete man ihn bald fest, und nachdemman ihn Chlodomirs Händen überliefert, ward er von die-sem Prinzen in das Orleanische geschicket, welcher ihndaselbst mit seiner Gemahlinn und Kindern scharf bewa.chen ließ.
Dieser Sieg unterwarf Burgund den Söhnen desChlodoväus; allein im folgenden zrgsten Jahre, nach,dem Gondemar, Siegmunds Bruder, sich zum Königeausrüsten lasten, mußte Lhlodoniir den Krieg wieder an-fangen. Bevor er nun diesen neuen Feldzug angieng, ent-schloß er sich, einen Gefangenen über Seite zu schaffen, des-sen Leben ihn bey solchen Umständen nicht anders, als beun-ruhigen konnte. Der heil. Avirus , Abt zu Mici, heuti-ges Tages St.LVlemin, gab sich vergeblich Mühe, ihn vondiesem blutdürstigen Vorhaben abzubringen. Dieser heil.Mann versprach ihm umsonst den Sieg, wenn er den Si-gisimmd verschönere; und seine Ankündigung war frucht-los, daß, wenn er ihn hinrichten ließe, er selbst und die Sei-nigen ein gleiches Schicksal würden zu gewarten haben.Chlodomir gab allein seiner staatsklugen Wuth Gehör;er ließ den Sigismund mit seiner Gemahlinn und Kin-dern umbringen, und ihre Leiber in einen Brunnen werfen;
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