des Herrn Abtes von Rothelm. 44z
cher innerhalb etlichen Jahren von derjenigen schrecklichenKrankheit überfallen ward, welche diejenigen, so damit be-haftet sind, au6 der menschlichen Gesellschaft verbannet.Die Anfälle derselben wurden so heftig, daß der Abt vonNochelin, welcher damals nur dreyzehn oder vierzehn Jahrealt war, nicht verhindern konnte, daß seine Familie es nichterfuhr. Er sah die betrübten Umstände voraus, in welcheein verdienstvoller Mann gerathen würde, der sonst gar keineZuflucht wußte, und hielt sich für verbunden, ihm Auf-enthalt und Verpflegung zu schaffen. Er ließ also nahean den: Collegio von Harcourr, für ihn ein Zimmer mie-then,', und mit Hausrathe versehen, und nahm mit demVorgesetzten dieses Collegii die Verabredungen zu seinerUnterhaltung. Dieser Lehrmeister lebete noch etliche Jahre,und bey seinem Tode, nahm der Abc Nothelm abermalsdie Besorgung und Kosten seines Begräbnisses über sich.Diese Nachricht hat man von derjenigen Person selbst, de-ren er sich bedienen müssen, um die Mobilien zu kaufen unddas Zimmer zu miethen. Denn er selbst macheke eine Artvon Geheimniß daraus. Man kann gar leicht denken, daßdas Ansehen und die Einkünfte eines dreyzehn oder vierzehn-jährigen Schülers, eines jüngsten Sohnes seines Hauses,damals nicht sehr ansehnlich haben seyn können. Gleich-wohl ward alles bezahlet, und in weniger Zeit.
Der fernere Verlauf seines Lebens würde'noch einegroße Menge ähnlicher Züge der Großmuth darbiethen:allein seine Freunde glauben nicht berechtiget zu seyn, dieje-nigen Geheimnisse zu verrathen, die er selbst allezeit mitdem größten Fleiße verborgen hat.
Als er mit Erlernung der Sprachen und Welkrveis-heit fertig war, und solches mit dem größten Ruhme, sicnger die Theologie an, und that sich darinnen noch mehr her-vor. Er sah die Erlernung derselben als eine Pflicht an,die von seinem Stande unzertrennlich wäre. So jung er