Band 
Neunter Theil.
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des Herrn Abtes von Rothelin. 451

dinal polignac, welcher lange Zelt über demselben zu-gebracht, hatte das Kl8r. davon verschiedenen Personenanvertrauet, um ihre Meynung zu vernehmen; er hattesogar erlaubet, Abschriften davon zu nehmen: damit siedesto sicherer davon urtheilen könnten. Dieses nunhatte steh durch eine Art von Untreue Vervielfälti-ger, aus welcher wenige Personen sich ein Bedenken ma-chen: allein, die meisten davon waren verstümmelt, und allewaren mangelhaft, indem der Verfasser seit der Zeit ansehn-liche Veränderungen und Zusätze darzu gemachct hatte.Der große Ruhm des Gedichtes ließ besorgen, daß mannicht eilen mochte, nach einer von diesen verunstaltetenAbschriften, eine Ausgabe davon zu liefern. Der HerrAbc von Rothelin hielt daher alle diese verschiedenenHandschriften, die man ihn: eingehändiget hatte, zusammen;er vereinigte die verschiedenen Lesarten nach einem einzigenExemplare, und setzete die Verbesserungen und Zusätze hin-zu, die er in den Schriften des Cardinals polignac ge-funden; zum wenigsten diejenigen, deren Anzeige merklichwar. Denn verschiedene waren eS nicht, ungeachtet einigeziemlich ansehnliche Stücke betrugen. Dergleichen warz. E. derjenige Zusatz, in welchem er die berühmte Regelvon Acpplern, über dem Verhältnisse, zwischen dem Ab-stände der Planeten und der Dauer ihrer Revolutionenvortrug.

Ein Schriftsteller, welcher in Prosa schreibt, setzet seinWerk ungefähr in eben der Ordnung auf, wie er mcynet,daß man es lesen werde; der Dichter aber, und so gar derVerömacher, wissen von dieser methodischen Art zu arbeiten,nichts. Sie werden von der Gewalt einer Einbildungs-kraft dahin gerissen, deren Eigensinne sie folgen müssen: undderjenige Theil, der ihr Werk schließen soll, ist zuweilenderjenige, den sie zuerst vollendet haben.

Aus diesem Grunde ward der Herr Abt von Rothe-lm genölhiget, die Ordnung und Verbindung der verschic-

Kf 2 denen