Band 
Neunter Theil.
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<6o ^xvn. Leben

L.XVU.

Leben des Hcrm Abtes Gedoyn,

in der öffentlichen Versammlung nach St.

Martitt 1744. in der Akademie vorgelesen.

E^^icolaus Gedoyn ward zu Grleans den i?kenIu-nius 1667. gebohren. Sein Vater war PhilippGedoyn, Feldmarschall des königlichen Kriegshee-res, Statthalter von Lesr^r-rick,- seine Mutter aber Mari-ne Dame 4 e ?E, welche von einem <n -ie^ea«, Herrn von ?«l/r, abstammete, der sich im i4zosienJahre, bey der Belagerung von Orleans, gegen die Eng-länder sehr hervorgethan hatte. Das persönliche VerdienstPhilipps Gedoyn, hatte den König Ludwig den XIV.bewogen, ihn zum Hofmeisters jungen Grafen von per,mandots zu erwählen.

Die Abschriften des Herrn Abtes Gedoyn, welchein den französischen Merkur, und zu Anfange feiner hin-terlassenen Werke eingedrucket sind, die man jetzt herausge-geben, überheben mich der Mühe, von seiner Familie zu rc.den, die im (Orleam'sthen alt und vorzüglich ist.

jsAcolaus Gedoyn, der dritte von fünf KindernPhilipps Gedoyn, ward gar zeitig nach Paris geschicket,und zu den Jesuiten in die Kost gethan, allwo seine zweenältern Brüder sich bereits befanden. Da er mit einer glück-lichen Gefchicklichkeit, und denen natürlichen Annehmlich-keiten gebohren war, die der Gefchicklichkeit noch einen neuenWerth beylegen; so that er sich allhier gar bald hervor, undschmäuchelce sich durch seine Sanftmuth, sowohl bey denLehrern, als bey seinen studierenden Mitbrüdcrn ein.