Band 
Neunter Theil.
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464 L.XM. Leben

der Litteratur behelfen wollen, dessen man im Umgängegesitteter Leute nicht entbehren kann. In diesem Ge-sichtöpuncte muß man die Übersetzung! vom pausimias,eines Schriftstellers betrachten, dessen größtes Verdienstdarinnen besteht, daß er auf eine deutliche und so gar ziem-lich lebhafte Weise, die Oerker und Denkmäler beschreibt.Seine Schreibart gleicht in der Grundsprache der Schreib-art aller Sophisten seiner Zeit; denen die Sprache, in dersie schreiben, eine todte Sprache war, die man nirgendsmehr redete.

Im Grunde hatte pausanias eben nicht vielen Witz,und hatte die abergläubische Leichtgläubigkeit mit der Irre-ligion zu verbinden gewußt. Er redet von der Unsterblich-keit der Seelen, als von einer zweifelhaften problematischenSache: und dieses in eben demselben Werke, in welchem eruns versichert, daß eine Warnung, die er im Traume be-kommen, ihm nicht erlaube, gewisse Sachen zu beschreiben,die eine entfernete Verhältniß mit den Geheimnissen derCeres hätten.

In der Akademie hielt man eine Uebersehung vomDuinrilian für ein eben so wichtiges Werk, als die Doll-metschung des PausaniaS. Man hatte sie auch bereits an-gefangen, und verschiedene Proben davon in den Privat-versammlungen gesehen. Allein der Verfasser derselben,welcher vieleicht mehr Eifer als Geschicklichkeit, französischzuschreiben, besitzen mochte,'verließ die Akademie; undnachdem er sich in einer Provinz niedergelassen, blieb daöWerk liegen.

Die Nützlichkeit des Guintilianischen Werkes vomUnterrichte eines Redners, bleibt dabey nicht stehen,daß es uns in den Stand setzet, von der griechischen und la-teinischen Beredsamkeit zu urtheilen, und deren Schönhei-ten besser einzusehen. Die Betrachtungen und Grundsätze