Band 
Neunter Theil.
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466 I-XVII. Leben

Mannes erhalten hatte: so wendeten sich diejenigen jungenLeute, die sich diesen Titel erwerben wollten, auf die Seiteder Redekunst. Ihre Reden handelten von selbst erdach-ten Materien, die oft abgeschmackt, und allezeit seltsam oderlächerlich waren. In diesen Reden, wo es gar nicht daraufankam, Zuhörer zu überzeugen, welche aus Neugierde, oderauch nur aus Höflichkeit zusammen gekommen waren; undwo die Materien, davon geredet wurde, sie gar nichts an-grenzen: wurden die jungen Redner durch nichts anders auf-gemuntert, als durch die Begierde, sich hervor zu thun. Siesannen nur darauf, wie sie diese Zuhörer durch kühne undunerwartete Schwünge, durch Gedanken, die oft falsch wa-ren, und allemal mehr sinnreich als gründlich sind, in Er-staunen sehen möchten. Die öffentlichen Reden, welche wirvon den Alten übrig haben, und das Urtheil, welches derVerfasser desjenigen Gespräches, so man dem Tacirus zu-schreibt, von den Rednern fället, zeigen uns, wie damals dieWohlredcnheit beschaffen gewesen.

Da Dmntilian in feinen Vorschriften niemals dieAbsicht aus den Augen sehet, die jungen Redner vor dieserLiebe zu falschen Gedanken und zur falschen Beredsamkeit zubewahren: so dachte der Herr Abt Gedoyir mit gutemGrunde, daß eben dieselben Vorschriften, auch einigen Nu-tzen in einem Jahrhunderte haben konnten, von welchemman gestehen muß, daß die Beyspiele derer, die den Wißmisbrauchen, ein wenig gar zu gemein werden.

Der Herr Abc Gedoyn war von der Nutzbarkeitder Uebcrsetzungen überzeuget, und konnte nicht müßig blei-ben: daher hakte er den Anschlag gefastet, auch dieGeogra-phie des Srrabo französisch zu übersehen. Allem die übeleBeschaffenheit, darinnen sich der griechische Text dieses wich-tigen Schriftstellers befindet, hielt ihn davon ab.

-Er