des Herrn Abtes Gedoyn. 469
alsdann wird er alle wesentlichen Schönheiten aus seinemTcrte übersehen können. Alsdann wird er viel seltener zuden gleichvielbedeutenden Wörtern seine Zuflucht nehmenmüssen: und dasern er sich nur verständlich machet, so wirdman es ihm noch Dank wissen, daß er an gewissen Stellenseiner Uebersetzung ein gewisses fremdes Wesen erhalten hat;welches das Jahrhundert und die Nation des Verfassersmerklich machet. Man wird nur von ihm foden,, daßdieses fremde Ansehen nicht sowohl in den Ausdrücken, alsin einer gewissen Art die Begriffe vorzustellen, und zu ord-nen bestehe: woben sie aber aliemal alle erforderliche Deut-lichkeit beybehalten müssen.
Dergleichen sind nun überhaupt dieUelmsehungenavsdem GuiMliian, paustrmas und phokius, weichenderHerr Adr Gedoyn uns hinterlassen hat. Seine Beflis-senheit, die Originals recht getreulich zu liefern, hat ihn-rstchtverhindert, diejenige Flüssigkeit und Artigkeit der französi-schen Schreibart beyzubehalten^ die alles bezeichne», wasaus seiner Feder geflossen ist.
Man hat unter seinen hinterlassenen Werken eine Ab-handlung drucken lassen, worlnnen er die Ucberseßer verthei-diget. Die Art, wie er von ihnen redet, zeiget, daß seineigenes Bestes keimn Antheil an dem Eifer hatte,, den erdarinnen blicken läßt. Diejenigen, so damals auf die Ueber-setzungen schimpftten, wollten die Anhänger des Alterthumsmit auf ihrer Seite ziehen, und gaben vor: daß, da dieUebersehungen der Mühe überhöben, die Originale zu lesen,sie auch Schuld an der Art von Verachtung waren, in wel-che die Erlernung der gelehrten Sprachen heute zu Tagegerathen wäre.
Der Herr Abr Gedoyn zeiget also» daß dieser übeleRuff aus ganz andern Ursachen herrühre; und diese bren-nende liebe zum Alterthume, womit diese Kunstrichrcr pra-
Gg 3 len,