des Herrn Abtes Gedoyri. 471
Geschichte, die Gesetze, die Sitten, die Gebräuche der Gn'e.chen und Römer: man treibt uns an, ihre Religion, undsogar ihre abgeschmacktesten Fabeln zu erlernen. Zu Endedieser Erziehung sind wir mit Kenntnissen erfüllet, die unsunnütz sind; und alle diejenigen wissen wir nicht, welche unsin dem ganzen Laufe unsers Lebens durchaus nothwendigsind. Wir sind gezwungen, eine neue Bahn von Studienzu durchlaufen, und das in denen Jahren, in welchen dieBemühung um eine Versorgung, und das Feuer der Leiden-schaften, uns die Müsse, und fast allezeit die Lust dazu be-nehmen.
Die Abhandlungen des Herrn Abtes Gedoyn überden Geschmack, über die Höflichkeit, über die Ergö-tzungcn an den Tafeln der Alten, und verschiedene andereMaterien, zeigen: daß er gewiß feiner Hochachtung gegendie Alten, keine gar zu engen Gränzen gesetzet hat. Und ebendieses giebt allem dem, waö er von den Fehlern der gewöhn-lichen Erziehung saget, eine besondere Stärke»
Der Herr Abt Gedoyn wohnetc unsern Versamm-lungen sowohl, als denen in der französischen Akademie,allezeit sehr fleißig bey, und war sehr genau in Beobachtungseiner akademischen Pflichten. Außer denen Vorlesun-gen, die er uns von vielen Stellen seiner Uebersttzung despausamas und phorius gehalten, die fast allezeit mitAnmerkungen begleitet waren, hat er uns eine ziemlichgroßeAnzahl von Abhandlungen vorgelesen, die entweder in unsereausführlichen Schriften (M-mo/re/,) oder in seine nachgelas-senen Werke eingedrucket sind.
Er genoß einer dauerhaften und starken Gesundheit ineinem ziemlich hohen Alter. Er empfand keine von denHinfälligkeiten des Alters, und konnte sich ein noch ziemlichlanges Leben versprechen, als eine Art von Ssitcnstichen, eine
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