Band 
Neunter Theil.
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474 I-XVM. Leben

Erziehung, so er genossen hatte, gestartet war, machet« ihnschlüssig, in der Beschäfftigung mit denselben, dasjenige zusuchen; womit er das müßige Leben eines jungen Edclman.nes, der keine Bedienung hat, beschässtigen könnte. Daer zu seinem Studieren keinen andern Bewegungsgrundhatte, als daß er sich nur einen angenehmen Zeitvertreibschaffen, und seinem natürlichen Geschmacke eine Genügeleisten möchte: so zog er den weiten Umfang und die verfehle,denen Abwechselungen der Kenntnisse, der tiefen Gelehrsam-keit vor, die er wenig Gelegenheit gehabt haben würde, ineiner Provinz zu nutzen, allwo man allerdings viel natürli-chen Witz und Artigkeit besitzt; allein, wo auch nichts zueinem Nacheifer Anlaß giebt: welcher allein fähig ist, unsin der zu Erlangung dieser tiefsinnigen Kenntniß, nöthigenArbeit, zu unterstützen.

Er verband die Erlernung des Italienischen undSpanischen, mit dem Lateins, und setzete sich in den Stand,in diesen dreyen Sprachen mit eben der Fertigkeit und Rei-nigkeit zu schreiben, als in derjenigen, die ihm angebohrenwar. Zuweilen machete er auch wohl Verse in allen die-sen Sprachen, und aus denen, die ihm dann und wann ent-wischetcn, konnte man wohl schließen: daß ihm um ein Dich-ter zu seyn, nichts fehlste, als die Begierde, solches seynzu wollen.

Diese Lust zu allem, was gleichsam die Blume derLiteratur ist, bewog ihn gar bald, sich auf die Untersuchungalles dessen zu legen, was wir von Denkmälern des Alter-thumes, Aufschriften, Münzen, geschnittenen Steinen, altensonderbaren Handschriften, seltenen Büchern, u. s. w. übrighaben: und er sammlete ein Cabinet davon, welches auchin einer Residenz, die Augen gelehrter Leute würde an sichgezogen haben.

Seine Liebe zu allen diesen Sachen, entsprang nichtaus einer bloß trockenen Neugierde; nein, er kannte auch

den