Band 
Neunter Theil.
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Lxix. Leben

Man sieht hier wohl ein, daß die chinesische Spra-che sehr schwer zu sprechen seyn muß: allein diese Schwic- Erigkeit ist noch gar nichts, in Ansehung dieser Sprache, E

wenn sie geschrieben wird, oder der Schrift selbst. Die ^

Zeichen dieser Sprache machen eine Sprache aus, die vonder Rede gar nicht abhängt. ^

In Europa giebt man diesen chinesischen Characte- ^ren den Namen Hieroglyphen; welchen man, wiewohl sehr ichuneigentlich, von den ägyptischen Characteren hernimmt. ^Diese zweyerley Arten von Schriften sind sich einander nur Ädarinn ähnlich, daß keine von beyden mit der Rede einVerhältniß haben; und daß sie die Töne derselben nicht so U

ausdrücken, wie die alphabetische Schrift: darinn die W

Wörter eine Zusammensetzung verschiedener Buchstaben ^

sind, deren jeder eine bloße Abänderung der Stimme ist; f"'

und deren Vereinigung die Wörter ausdrücket, die aus ver- ^

schiedenen einfachen, mit einander zusammengefügten Tö-nen bestehen.

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In der chinesischen Schrift, sowohl als in der ägypti- m

schen, sind die Charactere ein unmittelbares Zeichen derBegriffe; Zeichen, die von der Rede gar nicht abhängen. m

Allein es ist dieser Unterschied dabey, daß die ägyptische R

Schrift, gleich der von Mexico, die Vorstellung der Sa- W

chen selbst gebrauchete, wann die Sachen körperlich waren; f

und allegorische oder symbolische Bilder, wenn diese Sachen 8

nicht in den Sinn des Gesichtes fallen, z. E. die Eigen. r>

schaften der Seele. Die chinesischen Charactere hingegen, h

haben nur eine beliebige Verhältniß mit denen Sache», die bi

sie ausdrücken; es sind bloß willkührliche Zeichen, und von lei

der Art unserer Zahlen, oder unserer astronomischen und al- «ii

gebraischen Charactere: sie reden mit dem Verstände ic

durch den bloßen Sinn des Gesichtes, ohne alles Verhält- »

niß auf das Gehör. ' °

Wenn