Band 
Neunter Theil.
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5Z2 L.XXI. Leben

mindesten Abbruch zu thun, daß sie nicht eben so vielSchwierigkeiten gefunden haben, als der Herr AbrMongaulc.

Cicero besitzt in seinen Werken alle diejenige Deut-lichkeit, deren die Materien, davon er handelt, fähig sind:ja auch dann, wann sie noch so tiefsinnig und trocken sind,sb weis er ihnen dennoch ein Licht zu geben, und eine An-muth zu ertheilen. In den mehresten seiner Briefe aberist es ganz anders beschaffen, insonderheit in dcn'enjenigen,die er an den Articus schreibt. Hier war er gewiß, daßihn ein Freund, der sich sein ganzes Zutrauen erworbenhatte, auf ein halbes Wort verstehen würde; folglich zei-get er mchrentheils die Sachen nur an, von denen er redet.Alsdann muß man errathen, was er hat jagen wollen: unddamit dieses glücke, so hat der Uebersetzer sich in dieselbeVerfassung setzet: müssen, in welcher derjenige gewesen, fürden die Briefe geschrieben waren. Er muß alle bekanntenUmstände der Geschichte jener Zeit im Geiste vor Augenhaben, und durch ein aufmerksames Lesen aller Werke desCicero dieselben gegen einander halten, und mit einandervergleichen, und dadurch dergestalt von denselben erfülletwerden, daß alle Vorfalle, die einiges Verhältniß miteinander haben, und an vielen Orten zerstreuet stehen, sichseinem Geiste auf einmal vorstellen, und einer dem andernLicht geben. Bloß durch eine dergleichen Arbeit, könnenviele Stellen, welche bis dahin lauter Räthsel waren, inder Uebersetzung verständlich werden.

Ungeachtet Cicero sich oftmals in einigen seiner Briefebis zur Majestät der oratorischen Schreibart erhebt; soerinnert er uns doch selbst, daß er sie mchrentheils nur inder vertrauten gemeinen Schreibart abgefasset habe: xle-beio lormone, guonäiariis verkis. Der Herr AbtMongaulk hat m seiner Uebersetzung dcnEharacter deß

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