zo Erinnerungen und Ausätze
zenlehre aufgesetzet, und weder vorher dazu gesammlet, nochnachher sie vermehret und ausgeputzet. Und wie weit istdenn der angegebene spätere Zeitpunkt von dem früher»entfernet?
Man gebe die Ursache an, warum etwas, das, wie zu-gestanden wird, bey einem Volke zu einer gewissen Zeit be-kannt war, nicht auch sechzehen Jahre zuvor hätte bekanntseyn können? Fiengen denn etwa die Aegyptier in der kur,zen Zeit von sechzehen Jahren erst an, Papier zu machen?Moses soll ja dessen schon gedenken. Oder fiengen die Athe-nienser erst zu Theophrasts Zeiten an, mit den AegyptiemVerkehr zu treiben? Sie schickeren ja lange vor dem pelo-ponnesischen Kriege Flotten nach Aegypten. Es heißt, dasPapiermache» sey damals erst aufgekommen, als Alexanderder Große Aegypten einnahm. Wir wollen das einmal an-nehmen. Alexander nahm Aegypten im zweyten Jahreder ii2ten Olympiade ein, das ist siebzehen Jahre eher, alsTheophrass sei» obbesagkes Werk ausarbeitete. Ist dennnun wohl eine Zeit von siebzehen Jahren zu kurz, den Ruhm ei-ner Erfindung, die man allem Ansehen nach den Griechen zuverdanken hat, aus Aegypten nach Griechenland zu bringen?
Die Stärke des zweyten Einwurfes ist auch nicht un-überwindlich. Es ist noch nicht ausgemachet, daß unterdem Namen der Wollüstlinge einzig und allein die SchuleEpikurs verstanden werde. Aebes kann gar wohl die kyre-naische Sekte gemeynet haben, die vom Aristippus, vonAyrenen, einem Jünger Sokraris, herrührete, und nichtweniger, als die Epikuräer, in der Wollust das höchste Gutfand. Daher bekamen diese Leute auch, nach dem Zeug-nisse bewährter Schriftsteller, den Namen der Hedonikcr,oder Wollüstlinge.
Mit dem dritten Einwürfe lasse ich mich nicht ein, alsdessen Stärke ich hinlänglich fühle. Aus den vierten läßtsich allerhand antworten. Ixebes, saget man, hat unfehl-bar in seiner Muttersprache, das ist, khebanisch oder dorisch,geschrieben. Nun aber ist das sogenannte und nach ihm
genannte