88 Erinnerungen und Zusätze
Auf der m Seite, zur 24 Zeile. Wie kann man dochdas sagen? da man weder vom Arantor, noch vomChrysrppus etwas mehr übrig hat. Aus dem, was plustnrcs) in feinem Werke cie cc>mrnäiöHoniI)U8 8roj- iz bey-bringt, sieht man wohl: daß Chryslppus viel Grillen aus-gehecket, und in seinem häufigen Geschmiere vielen unnützenKram ausgeleget haben muß. Aber hingegen sieht manauch aus ^iriani csilpurmionibus epicstscei8, daß er sehr vieleschöne heilsame Lehren zur Besserung des Herzens vorgekra-gen haben muß. Und kann man wohl von einem der vor-nehmsten Häupter der stoischen Schule etwas anders erwar-ten? Ohne Homers Siccenlehre zu verachten, so haben, mirwenigstens, Aramors Trostgründe wider die Unmurh un-gemein wohl gefallen: die plmarch in seinem Trost'chrei-ben an den Apotlomus, und Cicero in seinen imtcul-minaufbehalten hat. Kann nun wohl Aranror nicht auf denBeyfall zweener so großer Männer stolz seyn, und damitdem Unglimpse eines Neuern trotzen, den der Kützel stach,durch eine übelangebrachte Nachahmung seine Belesenheitim Horaz zu zeigen.
Auf der 129 Seite. Diese eitele Kunst, oder vielmehrdieses Gaukelspiel, war schon den alten Griechen und Rö-mern bekannt. Beym plutarch und andern trifft manNachrichten von berühmten oder Tempeln
an, wo die Leute hinkamen, welche mit abgeschiedenen See-len sprechen wollten. Ja, will man noch höher hinaus, sodenke man nur an Sauls Begebenheit mit der Hexe zuEndor.
Auf der 152 Seite. Wenn das einen zum Dichtermachen kann, daß die Kinder seine Verse in der Schule aus-wendig lernen muffen: so muß der ehrliche Mann, den ichnicht kenne, doch wohl auch ein Dichter gewesen seyn, derdie lieben Evangelien in Reime gebracht, und jedes in vierVerse eingeschlossen hat; die in den Evangelienbüchern ste-hen, und die ich als ein Bube von vier Jahren auswendiglernen mußte. Eö ist Schade, daß ich des frommen Mannes
Namen