Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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etwas barocken Gehäusen belebten die dazwischen befindlichen Flächen, überdenen ein kräftiges Gesimse die hölzerne, mit quadratischen Cassetten ge-gliederte Decke aufnahm. Zwischen der Ostwand und dem Büffet standder Ofen. Er mochte später als die übrige Ausstattung dieses Zimmerserstellt worden sein und war auch verhältnismäßig einfach gehalten. Abernichtsdestoweniger bedauern wir den Verlust dieses Werkes, das zu denoriginellsten Produkten der heimischen Kunsthasncrei gehörte. Die Flächendes quadratischen Gebäudes, das sich in zwei terrassirten Etagen erhob,bestand aus glatten, grün glasirten Kacheln, während die Gesimse unddie aus den abgeschrägten Ecken vortretenden Pilaster auf weißem Grundeein schönes Ornament von blauem Blattwerk belebte. Mit seltener Kunstund Logik waren diese Gliederungen gebildet und ebenso wirksam die Akro-therien behandelt, welche das Kranzgesimse bekrönten.

Noch schmuckvoller war ein Zimmer im zweiten Stocke ausgestattet.Zwei nach der Straße gelegene Gemächer, die sich in jener Etage be-fanden, hatten schon früher eine durchgreifende Modernisirung erfahren,wogegen zwei andere Räume mit der Aussicht nach den rückwärts ge-legenen Gärten als Muster einer traulichen Einrichtung in dem kunstreichbehäbigen Style des 17. Jahrhunderts gelten konnten. Zur Rechten desFlures betrat man eine geräumige Stube, mit welcher ein alkovenartigesNebengemach verbunden war. Ein reiches Cassettenwerk, das sich umdie kreuzförmige Mitte gruppirte, belebte die Decke. Das Busfet, welchesdas Datum 1616 trug, und die von korinthischen Säulen eingefaßte Thüregehörte zu den virtuosesten Producten der Kunstschreinerei. Die gleicheSorgfalt war aus die kunstreichen Beschläge verwendet, die als muster-hafte Leistungen der Metalltechnik gelten konnten und sich, weiß schimmernd,vom vergoldeten Grunde detaschirten.

In der Tiefe des Gemaches, wo sich dasselbe nach dem Alkovenöffnete, stand der Ofen. Er trägt die Jahreszahl 1617 und ist sammtder Ausstattung der unteren Wohnstube in den Neubau übertragen worden.Keiner von allen uns bekannt gewordenen Oefen schreibt Lübkekommt diesem graziösen Werke an Adel und Feinheit polychromer Wir-