Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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Uebcrhaupt fehlte denn nichts, was zu dem Bilde eines musterhafterhaltenen Ganzen gehörte. Die gegen die Straße und die Gärten ge-legenen Schmalseiten waren mit zwei flachbogigen Fenstern geöffnet. Eineüppige Blumenguirlande hing von dem Mittelpfosten herab, den eineJagdtrophäe geschmückt haben mag. Aehnlich waren die Leibungen derBögen und die Fensterwandungcn mit leichten Festons bemalt, die sich,-nrit Genien und allegorischen Figuren belebt, buntfarbig von dem WeißenGrunde abhoben. In den tiefen Nischen luden Sitzbänke zur traulichenRuhe ein. Wie ließ sich's da plaudern und rasten angesichts der Herr-lichkeiten, auf welche die Sonne durch flimmernde Butzenscheiben einenmilden Schimmer warf und mit dem Glänze der Waffen und Rüstungenspielte, die neben der Thüre prangten. Dann von der Decke hingen allerleiJagdtrophäen herab, kunstreich montirte Steinbockhörner und Geweihe,deren eines die Flügel eines schwebenden Amors vorstellen sollte, und-das andere die Glücksgöttin mit dem Segel trug. Der Thüre gegenübernahm das Büffet die Stelle eines hier ursprünglich projectirten Kamines-ein, ein mächtiger Aufbau von Schränken, Terrassen und Nischen bis zudem von Säulen getragenen Baldachine, der, aus der Rückwand vor-springend, das Handgicßen umschloß. Noch reicher war endlich die Thüre-geschmückt, die sich, fast zu klein für eine solche Umgebung, zwischen Taber-nakeln und korinthischen Säulen öffnete. Was immer nur reich und^prächtig erschien, war zum Schmucke dieses Meisterstückes der Kunst-schreinerei verwendet worden: Architekturen und Ornamente, Intarsien,und Schnitzwerk, Tafeln mit frommen Sprüchen, welche die Thüre undden Aussatz zierten. Zwei Cartouchen, welche den Letzteren begleiteten,,enthielten das Holzhalbische und die andere die ecartelirten Wappen derRnbli und Schönau. Endlich zu äußerst ragten aus Consolen zwei Halb-siguren empor, ein Frauenzimmer, das die Querstange für dieHand-zwelle" hielt, und als Träger zweier Antilopen!)örner ein Neger, dessen.Haupt ein Kranz von Federn schmückte.

So sah es in dem Hausezum wilden Mann" in Zürich aus!