Das kanfiiiiimiil'che Direktorium in Zürich.
Kitt Deilrag zur zürcherischen Kandelsgeschichte
von Ad. Bürkli-Meyer.
EUlährend das kaufmännische Direktorium von St. Gallen sich einesmehr als zweihundertjährigen Bestandes erfreut und noch in der Gegen-wart feine Stellung rühmlich ausfüllt, ist das ähnliche Institut Zürich'sDor fünfzig Jahreti vom Schauplätze langen und erfolgreichen Wirkensfür Zürich's Handel und Industrie abgetreten. Als fein Vermächtnis hates uns Bauwerke hinterlassen, von denen man sich seiner Zeit auf eineweite Zukunft hinaus die wohlthätigsten Folgen für die Entwicklung desVerkehrs zu Stadt und Land versprach. Der gewaltige und nicht ge-ahnte Umschwung, den einige Jahrzehnte nachher die Eisenbahnen imVerkehrsleben hervorriefen, kreuzte die gehegten Erwartungen und ließdas Vermächtnis des kaufmännischen Direktoriums so sehr in Vergessen-heit gerathen, daß heutzutage Viele von seiner einstigen Existenz kaummehr Etwas wissen. Und doch ruhte in der Hand dieser Behörde länger-als ein Jahrhundert hindurch nicht nur das ganze Postwesen, sondernvs übte dieselbe auch auf die gewerblichen Verhältnisse des Kantons Zürichbedeutenden Einfluß aus, indem sie in handelspolitischen Fragen bis auf-einen gewissen Grad der Rathgeber der Regierung war. Wenn wir esversuchen, in kurzen Zügen die Geschichte des Direktoriums zu skizziren,so gibt uns dies daher Gelegenheit, sowohl die kommerziellen Verhält-nisse Zürich's im 17. und 18. Jahrhundert, als die eigenartige Stellung