Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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Vorschlag der im Amte verbleibenden Direktoren hin durch das Ge-sammtbott.

Mitgliederzahl, Amtsdauer und selbst die Wahlart des Direktoriumserlitten indessen im Laufe der Zeit verschiedene Aenderungen. Dabei isthervorzuheben, daß sich die Regierung einen steigenden Einfluß auf dasKollegium sicherte, indem sie 1710 die Zahl der Mitglieder auf zwölferhob, von denen vier aus der Mitte des kleinen Rathes genommenwerden mußten; sie fügt dabei noch die Beschränkung hinzu, daß derPräsident des Direktoriums eines dieser vier Rathsmitglieder sein müsse^Später ging man noch weiter und ließ es geschehen, daß die vier Raths-mitglieder vom kleinen Rath selbst gewählt wurden, anstatt von der Ver-sammlung der Kaufleute. Statt alljährlich, vollzog sich fast voirAnfang an die Wahl eines neuen Mitgliedes erst nach Verfluß zweieroder dreier Jahre; bald wurde die dreijährige Partialerneuerung mitWiederwählbarkeit stehender Brauch.

Um im Gcsammtbott das Stimm recht auszuüben, sowie umwahlfähig zu sein, mußte mau nach der 1683 aufgestellten Vorschriftden Großhandel mit Italien, Frankreich, Deutschland oder Holland treiben;,d. i. fremde Waaren kisten- oder ballenweise aus diesen Ländern beziehenoder nach denselben spediren. Daneben hatte man sich bei hundert ThalerBuße in das Ragionen-Verzeichniß des Stadtschreibers eintragenzu lassen. Väter, Söhne, Brüder und Schwäger der im Dreiervorschlagfür eine erledigte Direktorenstelle befindlichen Personen blieben bei derWahl im Ausstande.

Mit dem Aktuariat betraute man anfänglich eines der jüngernMitglieder des Direktoriums, und zwar 1662 zuerst Caspar Muraltan der Sihl, welcher in der Folge 39 Jahre hindurch dem Direktoriumangehörte, nämlich von 1662 bis 1669 als Aktuar, dann mit Unterbrucheines dreijährigen Termins von 1672 bis 170-1 als Mitglied und Präsi-dent der Postkommission; in letzterer Eigenschaft erwarb er sich um dasPostwesen anerkennenswcrthe Verdienste. Von seinem Vater hatte CasparMuralt den Seidengewerb an der Sihl übernommen, den er mehr als