Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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die sittenlosen Franzosen übten da den schlimmsten Einfluß aus die Jugendaus. Pfarrer und Kirchenvorstehern gab man zu verstehen, daß man jetztihren Ermahnungen Nichts mehr nachzufragen habe.Unvertragsamkeitim gesellschaftlicher: Umgang und Streit in den Haushaltungen, schlechteAufsicht im Haus und schlechte Beschulung der Kinder außer demselben,Ungehorsam gegen die Eltern, Ausgelassenheit, Wohllustliebe, so lange diezunehmende Armuth es nicht hinderte; auch Unmäßigkeit, persönliche Krän-kung ehemals geachteter Männer, unverschämte Reden gegen die Religionnahmen besonders schnell und allgemein in der Zeit überhand, wo dieneue Freiheit am Eifrigsten verkündigt und gerühmt wurde. Am stärkstenzeigten sich diese Folgen bei der erwachsenen und heranwachsenden Jugend."Auch unter den schwierigsten Umständen aber konnten die christlichen Re-ligionslehrer doch oft mit ausgezeichnetem Nutzen und Segen wirken.

Es folgte eine dritte Periode: Die Zeit der Ernüchterung.Die schlimmen Folgen einer falschen Freiheit wurden nur allzuspürbar.Mancher war durch Schaden klug geworden und kam durch seine Er-fahrungen zu einem viel lcbendigern Glauben als er ihn früher gehabthatte. Man schenkte den Lehren der Religion wieder ein aufmerksameresGehör, sonderte sich eher von Spöttern und Lasterhaften ab, setzte Miß-trauen in sie und zeigte ihnen öfter Mißbilligung und Verachtung. Inden Gemeinden wurden revolutionäre, oft unmoralische Vorgesetzte wiedereher entfernt, um gemäßigtere Ehrenmänner an ihren Platz zu setzen.Besuch des Gottesdienstes, häusliche Andachtsübungen, Kinderzucht undSchulwesen nahmen wieder eine Wendung zum Bessern. Haß und Ab-neigung kehrten sich nicht mehr gegen Bern, sondern gegen Aarau, dasman, wenn nicht als Stifter, doch als eifrigsten Beförderer der Revolu-tion ansah. Ordnung im Hauswesen, Sparsamkeit und Mäßigung nah-men wieder überhand. Günstig wirkte in dieser Hinsicht besonders dasFehlen des Weins seit 2 Jahren und die entstandene Theurung.DieLiederlichgebliebenen sind freilich mit der Zeit auch wahrhaft liederlicheLumpen geworden. Aber die Zahl derer ist weit die größere, die auf