Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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und Sittsamkeit unverdorben erhalten, bei den Fabrikarbeitern hat sie merk-lich abgenommen."

Der Verfasser schließt mit Konstatirnng der erfreulichen Thatsache:Es hat sich neuerdings (in Folge Stockung des Verdienstes) in etwasgebessert; es herrscht wieder mehr Eingezogenheit und Stille und Sittsam-keit im öffentlichen und gemeinen Leben; der Gottesdienst wird fleißigerbesucht am Sonntag Morgen."

Die ausführlichen Reflexionen zu diesem Aufsatz bestätigen die Richtig-keit dieser Aussagen durchgehende ohne etwas wesentlich Neues hinzuzu-fügen.

Ein weiterer sehr ausführlicher Aufsatz (auf Grund achtjähriger Er-fahrung) von Pfr. Wolf in Affoltern bei Höngg über den Zustanddieser Gemeinde 1823 ist nicht nur darum von Interesse, weil er unswieder in eine andere Landesgegend führt, sondern auck weil er uns einUrtheil über die religiös-sittliche Nachwirkung der Theurung von 1816und 1817 und der Zürcher Reformationsfeier 1819 erlaubt.

Greifen wir auch hier die Hauptpunkte heraus! Wichtig ist uns vorAllem, hier von einem Fortschritt zum Bessern zu hören:Seit Anfangmeiner Amtsführung (1815) hat sich die Gemeinde in mehr als einerBeziehung verändert und, ich hoffe sagen zu dürfen, nicht in rnnlnrnpnrtsm, zumal mir dies ein höchst verehrungswürdiger Zeuge und scharf-sichtiger Beobachter, der in der Nähe wohnt, bestätigte, und wenn dieVeränderung so schritt- und stufenweise fortgeht, so möchte ihre jetzigeDarstellung der Mühe sich lohnen, indem das Bild, das sie vor wenigDezennien darbot, wesentlich seine Züge verändert hätte."

Die ausführlichen Darlegungen (53 Seiten) über den physischen undökonomischen Zustand der Gemeinde können Übergängen werden. Nurso viel sei bemerkt, daß auch da wieder die Fabrikbevölkerung dieselbenSünden wie anderswo zeigt (Leichtsinn, Luxus, Unkeuschheit, schlimmesBetragen der Kinder gegen die Eltern).

Von dem über den religiösen Zustand Gesagten mag Folgen-des hervorgehoben werden:*

Zürcher Taschenbuch, 1883.

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