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alle aufrecht halten wollen, und wir können uns darum die Mühe er-sparen, sie erst noch ausdrücklich zu bekämpfen; alle Einzelnheitcn zuerklären wird überhaupt weder möglich noch nothwendig fein; über einigekönnen verschiedene Ansichten bestehen bleiben.
Die mehrfach vorkommenden Fässer erklärt Rochholz (A. S. II,371—2) als Wein- und Salzfässer in dem Sinne, daß bei den Schmau-sereien und Trinkgelagen der alten städtischen Feste, welche später aufMordnächte bezogen wurden, Salz und Wein nicht fehlen dursten. Aberganze Fässer voll Salz sind doch auch für große Festmahlzeiten nichtnöthig; eher könnte noch an das Einsalzen von Kraut und Fleisch fürden Wintervorrath gedacht werden. (Vgl. oben über den Ruf: Salat!)Wir haben jedoch schon oben bemerkt, daß die Herbeiführung versteckterKrieger unter jener Hülle nichts Unwahrscheinliches hat; also verlangendie Fässer keine andere Erklärung H. Betreffend die Weinfässer in An-fingen erinnert Rochholz (Tafchenb. S. 42) daran, daß das Gemäldedes Otmar-Altars in der St. Galler Stiftskirche den Heiligen mit einemWeinfäßchen zu feinen Füßen darstelle, indem die Legende erzähle: alsdie Schiffer den Leichnam des im Exil Verstorbenen über den Bodenfeeführten und dabei drei Tage und Nächte im Nebel verirrt waren, sei dasFäßchen, das er mit sich geführt hatte, nicht leer geworden. Daher seiOtmar im Kalender unter die Wein-Heiligen aufgenommen worden (alsoetwa wie der hl. Ulrichs), Bartel, der den Most holt, u. A.). Fischartschreibt in „Aller Praktik Großmutter", aber unter dem Herbstmonat:„Bachus wird auf der Kirmeß St. Otmars Fläschlein kaufen und dar-mit taufen", und im St. Galler-Lande heißt „otmärlen": am Otmars-tage den Most anzapfen. Da aber Otmar nicht an allen Orten spielt,i'o erinnert Rochholz noch, daß um die Zeit des Spätherbstes die Fässerauch amtlich geeicht werden mußten, um dann mit dem neuen Most und
Rochholz selbst führt an, daß Prugger, Geschichte von Feldkirch, 1685,S. 46, diese Kriegslist den Eidgenossen als eine von ihnen oft geübte zumVorwarf mache.
2) S. Schweiz. Idiot. Sp. 184.