Zu den jüngern Minnesingern Zürichs gehört Meister HeinrichTeschler. Er stammt aus einer jener alt-zürcherischen Familien, welchetheils ursprünglich srei, theils Reichsleute und Ministerialen der beidenStiste, bis zum Jahr 1336 den Rath allein besetzten. Alle diese Ge-schlechter waren ritterbürtig, obwohl viele derselben bürgerlichen Gewerbenoblagen. Eine urkundliche Lese über die Familie Teschler ergibt folgendeDaten:
H. Dssolleler, eivi8 Dsturiesusis, zeugt 1251 bei derUebertragung eines Gehölzes bei Wipkingen, Lehen des Stiftes Einsiedeln,von Rüdiger Manch, Ritter, an das Fraumünster. Auch in der erstenbekannten Urkunde über Rüdiger Manche, den ältern, vom 9. November1232 bei Verkauf des Steinhauses (eines der nachmaligen Wettinger-häuser) tritt unter den Zeugen Herr Heinrich Tescheler aus.
Der Heiuriell Desellslsre wird 1236, 19. Juni, desRaths zu Zürich genannt. 1286, 19. December, ist NugisterHeinrious äietus Dssolllsr als Zeuge im Kloster Oeten-bach bei Anerkennung eines au das Kloster Kappel gemachten Verkaufesanwesend, und das Jahr daraus 1287 am 28. November erscheint beieinem Hauskauf auf Dorf Uro Eingilburch, Meister Heinrichswirtinne, des Schuolmeisters der Brop steige vonZürich. Ganz wohl könnten der Magister Heinrich Teschler und dieserSchulmeister der Propstei eine und dieselbe Person sein.
Ein Heinrich Tescheler zeugt auch in einer Aargauer Urkunde vom13. November 1296 (Archiv Leuggern in Aarau).
Das Bild Teschlers in der Manessischen Handschrift muß der drittenjüngern Klasse der Miniaturen beigezählt werden. Eine Frau liegt halbbloß, halb bedeckt auf dem Lager; an dem Bette kniet ein bittender Mann;neben ihm steht ein Mädchen und scheint mit dem unten am Bett war-tenden Diener, der Schild und Schwert seines Herrn trägt, zu sprechen.Das Wappen zeigt im silbernen Felde eine schwarze Tasche mit weißerKlappe.