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Im Maien im Maien
hört man die hanen kreen
du bist mir lieber dan der knecht,
du thust mir meine alte recht
pumb meidlein ich freu mich dein
ganz um und umb
wo ich freundlich zu dir kumb,
hinter dem ofen um und umb
frew dich du schönes pawernmeidl ich kum.
Wer denkt nicht unwillkürlich an die „Hagenblütweife" oder „Cu-pidinis Handbogenweis" der älteren Meistersinger?')
Und nun höre man noch, was Förster in seiner Vorrede über dieTexte der Lieder sagt: „Das auch der recht Text nicht in allen Liedleinvorhanden kan ich nit für, dan ich wol weiß, wie großen fleiß ich langeZeit gehabt, das ich die rechten Text der Liedlein bekommen möcht, hataber nit sein wöllen, dieweil wir aber nicht der Text, sondern der Com-
') Um aber, der Gerechtigkeit wegen, auch einen hübschen und gelungenenText mitzutheilen, sei das Reiterlied Senfl's hier abgedruckt:
Vorerst so wöll wir loben Mariam die reine meid,die sitzt so hoch dort oben, kein bitt' sie uns verseit;uns armen Reitersknaben, die nit viel goldes haben,nur hin und wieder traben,dieselbig jungsrau rein.
Sanct Jörg du edler ritter, rotmeister soltn sein,bescher uns schön gewitter, thu uns dein Hilfe schein;daß wir nit gar verzagen, wo wir im Feld umjagen,das gütlen zusammentragen;errett uns arme Knecht' vor allem strengen Recht.
Kauffleut sind edel worden, das spürt man täglich wol,so kumpt der Renrtersorden und macht sie reysig vol;mau sol sie außer klauben, aus jren marderschauben,mit brennen und mit rauben,dieselben kauffleut gut, das schafft jr Übermut.
Fürwahr, die Zeit Götzens von Berlichingen, wie sie leibt und lebt.-S. Ambros a. a. O. III, 409.