Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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Im Maien im Maien

hört man die hanen kreen

du bist mir lieber dan der knecht,

du thust mir meine alte recht

pumb meidlein ich freu mich dein

ganz um und umb

wo ich freundlich zu dir kumb,

hinter dem ofen um und umb

frew dich du schönes pawernmeidl ich kum.

Wer denkt nicht unwillkürlich an dieHagenblütweife" oderCu-pidinis Handbogenweis" der älteren Meistersinger?')

Und nun höre man noch, was Förster in seiner Vorrede über dieTexte der Lieder sagt:Das auch der recht Text nicht in allen Liedleinvorhanden kan ich nit für, dan ich wol weiß, wie großen fleiß ich langeZeit gehabt, das ich die rechten Text der Liedlein bekommen möcht, hataber nit sein wöllen, dieweil wir aber nicht der Text, sondern der Com-

') Um aber, der Gerechtigkeit wegen, auch einen hübschen und gelungenenText mitzutheilen, sei das Reiterlied Senfl's hier abgedruckt:

Vorerst so wöll wir loben Mariam die reine meid,die sitzt so hoch dort oben, kein bitt' sie uns verseit;uns armen Reitersknaben, die nit viel goldes haben,nur hin und wieder traben,dieselbig jungsrau rein.

Sanct Jörg du edler ritter, rotmeister soltn sein,bescher uns schön gewitter, thu uns dein Hilfe schein;daß wir nit gar verzagen, wo wir im Feld umjagen,das gütlen zusammentragen;errett uns arme Knecht' vor allem strengen Recht.

Kauffleut sind edel worden, das spürt man täglich wol,so kumpt der Renrtersorden und macht sie reysig vol;mau sol sie außer klauben, aus jren marderschauben,mit brennen und mit rauben,dieselben kauffleut gut, das schafft jr Übermut.

Fürwahr, die Zeit Götzens von Berlichingen, wie sie leibt und lebt.-S. Ambros a. a. O. III, 409.