IV
Vorwort.
»Die Büste befand sich in einem Bodenraum desGoetheschen Hauses unter Mobilien und anderenGegenständen, welche von dem Testamente Walthersvon Goethe nicht berührt, den Intestat-Erben zugefallenwaren. Sobald Herr Graf Henckel sie mir zeigte,machte ich ihn auf den innigen Zusammenhang mitder berühmten Trippelschen Büste aufmerksam, —wie sie gleichsam deren erste Erscheinungsform dar-stelle, — und sofort erklärte Graf Henckel wie Dr.Vulpius sich bereit, das interessante Stück dem Goethe-Museum zu überweisen. Die öftere Besichtigung undBesprechung mit ausübenden Künstlern und Kunst-freunden hat den ersten Eindruck bestätigt und ver-tieft. Kleine Zufälligkeiten in der Modellirung, dieleichte Asymmetrie der beiden Gesichtshälften undähnliches erheben es zur Gewissheit, dass Goethe zudieser Büste gesessen, dass Trippei ihn in allen Einzel-heiten genau gebildet, wie er ihn vor sich gesehen.Nur geringer Bearbeitung bedurfte es, — aber es bedurftedoch einer solchen, ausser der Vergrösserung des Maß-stabes, — um aus dieser Portrad-Büste den bekanntenApollotypus hervorgehen zu lassen.
In dem (leider sehr off unzulänglichen) CatalogSchuchardts wird die Büste natürlich nicht erwähnt, dasie sich ja nicht unter den »Sammlungen« im engerenSinne befand. Ob sich noch etwas über dieselbe in demGoethe-Archiv findet, wird die Durchsicht der Corre-spondenzen mit Künstlern, der Rechnungen etc. lehren;diese von mir erst seit kurzem begonnene Arbeit hatschon manchen wichtigen Aufschluss gebracht, aberleider noch nichts über Goethes Verkehr mit Trippei«.Die zweite Bemerkung bezieht sich auf die dem eigent-lichen Text des Jahrbuchs voranstehenden Gedichte.