Wilhelm Scherer.
Vor unsern Augen stand er so im Glanz,
Das Haupt umlodert so von tausend Blitzen,
Dass wir, vom Augenblick geblendet ganz,
Ewig Besitzthum glaubten zu besitzen,
Und unter Allen war nur eine BrustTief schon erfüllt von bangem Abend-Schauer,Von Allen ihm dem Einz’gen war’s bewusst,Dass schon das Unheil stand auf seiner Lauer.
Denn eisig schauernd fühlte er’s im Mark,
Wie sich die Axt an seine Wurzel rückte,
Doch er war gross, und wie die Grösse stark,Und Niemand sah das Leid, das ihn durchzückte.
Wir sahen nur, wie zwiefach aufgerafftEr zwiefach schuf mit des Titanen Stärke,
Wie er in heil’ger LiebesleidenschaftAnklammernd hing am grossen Lebenswerke,
Wie er in Spendens unerschöpftem DrangGastgeber war beim grossen Lebensfeste,
Und wie wir staunend ihn und voller DankUmringten, die Empfangens-frohen Gäste.
Doch plötzlich in des Lebens lichtes HausTrat ein der Tod und tilgte alle Flammen,
Die Sonne losch am hohen Mittag aus
Und stürzend brach die reiche Welt zusammen.
Dem Untergang gegeben ward die Macht,
Die Menschheit ward beraubt um ihre Habe,Leer ist die Stätte, dunkel ist die Nacht,
Und die Erinn’rung weint an einem Grabe. —