Jahrgang 
8 (1887)
Seite
XIX
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Wilhelm Scherer.

Doch als ich sass, des Trostes so beraubt,Gedenkend seiner, den auch ich verloren,

Da, wie ein Flüstern rauscht es um mein Haupt,Und wie aus ferner fremder Welt geboren

Scholl an mein Ohr geheimnissvoller Klang,Mein Herz erfüllend ganz mit heilgem Grauen:»Ihr, angekettet an der Scholle Zwang,

Könnt nicht die letzten, ewgen Dinge schauen.

»Ein Funke war vom ewgen Welten-LichtIn diesem Haupt, und Licht kann nicht vergehen;Ihr seht den Tod, das Leben seht Ihr nicht,

Ihr könnt nur ahnen, aber nicht verstehen.

» Nur ahnen, dass die Menschengeistes-KraftUnsterblich, unverloren weiter schreitet,

Das Lebenswerk, an welchem sie geschafft,

In kommenden Geschlechtern mitbegleitet.«

Denkt seiner so und nennt ihn nicht mehr todt,Denn er gehört der Welt, in der wir leben

Die Nacht wird hell, es flammt das Morgenroth,Ein neuer Lebenstag will sich erheben.

Ernst von Wildenbruch.