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Neue Mittheilungen.
ernannt — wurde am 22. Juli 1816 angetreten. Die Ver-spätung der Reise, veranlasst durch seine zweite Verheirathungund durch verzögerte Aufträge der preussischen Regierung,erlaubte ihm wohl den Abstecher nach Weimar nicht, denn anGoethe lag es nicht, dass der Besuch unterlassen werdenmusste, er war während des ganzen Juni und Juli daselbst.
Den in No. 7 7 erwähnten Lübecker Kunstdenkmälernhat Goethe .in seinen Schriften keine Beachtung geschenkt.Unser Brief wird erwähnt Nieb. II, 171, 6. Juli 1816, wo esheisst: »Von Goethe ist keine Antwort. Seine Frau ist todt«.Die grosse Lücke der Goethe-Niebuhrschen Correspondenz,zwischen No. 77 und 78 (1817 und 1824) lässt sich nichtdurch Briefe ausfüllen. Wohl aber kann man annehmen, dassGoethe das Interesse an Niebuhrs Werken sich gewahrt, undnachweisen, dass Niebuhr nicht aufgehört hat, sich mit GoethesSchriften zu beschäftigen.
Zahlreiche Briefstellen in Nieb. II und III handeln UberGoethe; bemerkenswerth II, 270, 283, 288 (gegen die ital.Reise); III, 173: über den Jacobi-Goetheschen Briefwechselund die Stimmung des Jacobischen Kreises (vgl. auch 194).
No. 78. 1824 kehrte Niebuhr aus Italien nach Deutsch-land zurück, nahm seinen Wohnort bald in Bonn, beschäftigtesich aufs Neue mit wissenschaftlichen Untersuchungen undVeröffentlichungen, von denen die neue Ausgabe der »Rö-mischen Geschichte« besonders bemerkenswerth ist. Denersten und zweiten Band dieser neuen Ausgabe schickt erNo. 78 und 79 an Goethe. Die Antwort Goethes auf unsernBrief (gedruckt III, 363 ff.) erwähnt und characterisirt Nieb.III, 184 (vgl. auch 188); III, 192: gegen Goethes »Helena«;III, 229: Über Rehberg gegen Goethe; 232: Goethe-SchillersBriefwechsel (vgl. 249).
No. 79. In dem Buche »Kleine historische und philo-logische Schriften«, 1. Sammlung, Bonn 1828 fand sich»Carsten Niebuhrs Leben«, zuerst erschienen Kiel 1817, neuabgedruckt; in derselben Sammlung stehen auch die vonNiebuhr erwähnten Abhandlungen. Göttlings Recensionen(in der Jen. Lit. Ztg. ?) galten wohl der eben genanntenSammlung und der oben erwähnten 2. Ausgabe der römischenGeschichte. Unser Brief wurde durch Perthes übersendet,vgl. Nieb. III, 278. Goethe konnte ihn nicht mehr beant-worten, da Niebuhr schon 2. Jan, 1831 starb. Vgl. GoethesBrief an Zelter 17. Jan. 1831 und Brief an Savigny vom21. Okt. 1831, beide abgedruckt Nieb. III, 365—368. Derletzterwähnte Brief ist zugleich die Antwort auf unsern BriefNo. 80. Goethe lehnt den von Savigny gemachten Antragab, vgl. auch Strehlke II, 142. L. G.