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Abhandlungen.
Als er um i Uhr wieder in Eger eingetroffen war, notirteer »Gleich nachher Ankunft Abschrift der neuesten Strophen«wiederum aus der Schreibtafel. Am 8. gab er schon seinemBerliner Freunde Schultz Nachricht von »gelungenen Ge-dichten«. Im Tagebuch werden an diesem und dem folgendenTage nur allgemein erwähnt »Abschriften aller Art undfortgesetzte Concepte und Munda«, sowie am io. ein Briefan Frau von Levetzow nach Karlsbad, worauf am n. dieRückreise angetreten wurde. Am 12. Abends in Pösneckdann der Eintrag: »Das Gedicht abermals unterwegs durch-gegangen und Bemerkungen gemacht«. Am 13. Mittags trafGoethe in Jena ein, bemerkte hier am 16. allgemein »Gedichteabgeschrieben«, dann erst in Weimar von der Elegie am 17.»Die Abschrift des Gedichtes angefangen« und am 18. »DieAbschrift des Gedichtes fortgesetzt«.
Die nach den Entwürfen der Schreibtafel auf der Reisevon Karlsbad nach Eger und zu Eger genommene Abschriftdes Gedichts ist die iii Goethes Bleistiftzügen, wie ich ver-muthe, noch vollständig erhaltene erste Fassung; allerdingssind die Verse 70 bis 102 in derselben noch nicht aufge-funden. Die am 17. und 18. September 1823 in Weimar ge-nommene ist die bekannte, auf der GrossherzoglichenBibliothek daselbst aufbewahrte Reinschrift in Tinte,gleichfalls von des Dichters Hand, neun Blätter, mit der Auf-schrift: Elegie, September 1823. Eckermann hat sie unter dem27. Oktober desselben Jahres geschildert. Er war der erste,dem sie Goethe zeigte. Derselbe bemerkt in seinem Tagebuchunter diesem Datum: »Gab ihm das neueste Gedicht zu lesen.Alsogleich sehr feine Bemerkungen darüber«. Diese Bemer-kungen kennen wür aus Eckermann’s Gesprächen von dem-selben 27. Oktober: »Das Gedicht wälzte sich stets um seineeigene Axe und schien immer dahin zurückzukehren, woheres ausgegangen« und vom 16. November: »ich schloss aufeinen Einfluss von Byron, welches Goethe auch nicht ab-lehnte«. Auch W. v. Humboldt, der einen grossen Theil desNovember 1823 in Weimar zubrachte, sah das Gedicht,