Jahrgang 
8 (1887)
Seite
186
JPEG-Download
 

i86

Abhandlungen.

Mann und Kind drei Monate in Böhmen, wo meine Eltern,Klebelsberg, kurz alle die Meinen vereint und sehr glück-lich waren. Diesen Sommer brauchte ich wieder Karlsbad,machte einen kurzen Abschiedsbesuch denen Eltern in Marien-bad und traf den 5. August hier ein, um Amelie zu pflegen,was ich soweit ich vermochte, treulich that.

Alle die Meinen wollen Ihnen nun noch auf das Herz-lichste empfohlen sein. Nochmals wiederhole ich deninnigsten Dank für Ihren mich so unaussprechlich beglücken-den Brief und bleibe treu anhänglich, unverändert Ihre ganz

A. v. Levetzow.

ergebne Freundin

In dem an Goethe gerichteten Einladungsschreiben,Marienbad den 23. April 1822, endlich hatte die Gross-mutter sich, wie folgt, über Tochter und Enkelin geäussert:

Meine Tochter, die ich jede Stunde mit ihren dreiTöchtern aus Strassburg 1 erwarte, wird sich sehr glücklichfühlen, eine Zeit des Sommers wieder mit Ihnen zuverleben, da ich mit Wahrheit sagen kann, Sie, Herr Geheime-rath, waren von ihrer Kindheit an der Gegenstand ihrerVerehrung. Und wie wird sich Ulrikchen freuen, wennsie wieder Töchterchen genannt wird, worauf sie so stolz ist.

Ich sehe mit Vergnügen dem Augenblick entgegen,Sie in unser Haus zu empfangen und verbleibe mit derausgezeichnetsten Hochachtung Ihre ergebene

Ulrike von Brösigke,geb. von Löwenklau.

1 L. Spach hat dem Aufenthalte der Frau v. Levetzow in Strass-burg einen besondern Aufsatz gewidmet.