238 Nachträge und Berichtigungen zu Band VH.
D. Sonstige Nachträge und Berichtigungen.
Zu Band VII , S. 123. Von einem anonymen Correspon-denten aus Münster i. W. geht mir folgende Mittheilung zu:»Schon in Handels Oratorium »Belsazar« wird ein grossesFest des Sesach geschildert. Bei diesem Feste des Sesach er-scheint dem Könige das Mene Tekel. Sesach ist dort schonein Gott des Weines.
Die Babylonier jauchzen :
Sesach! Die Nacht ist Dir geweiht,der freundlich gab den goldnen Wein!
und als Belsazar zum Kampfe geht, ruft er diesen Gott an:
Ich danke, Sesach, deiner Macht,
Dass jetzt aufs Neu mein Muth erwacht:
Dein herzerlabend edles NassErfüllt mit Kraft mich und mit Hass.
Vgl. Goethes »Pherrat« im Fragment:
Heut ist des Sesachs Fest, — ich weih ihm meine Wuth,Statt Wein, der sonst ihm floss, fliess heut mein rauchend Blut.
Goethe kannte demnach (wenn auch wohl nicht direktaus Händel — Text von Charles Jennens 1744) Sesach schonals Gott des Weines. Auch bei Händel will Cyrus, währenddie Babylonier weinberauscht sind, in die Stadt eindringen«.
Zu S. 132 schreibt Herr Professor Metz in Hamburg: Zuder Stelle: »In Parenthesi: Bosch ist ein Narr. Claudatur«.Zu dem Claudatur ist, wie ich glaube, nicht Bosch, sondernParenthesis als Subject zu ergänzen, so dass die ganze Rede-wendung einen spöttischen Seitenblick auf die damalige aka-demische Diktir-Gewohnheit enthielte, wie ich sie selbst nochin Tübingen kennen lernte. Eine ähnliche spöttische Nach-ahmung kathedralischer Gepflogenheiten findet sich auch 5. 43an zwei Stellen«.
Zu S. 133. Greiz war damals wirklich eine bekannteImpfstation. Herr Freih. v. Meysenbug, Ftirstl. Reuss. Hof-marschall hat die Güte gehabt mir Folgendes mitzutheilen:»Graf Heinrich XXIV Reuss-Ebersdorf, welcher im Jahre 1769am Hofe in Greiz einen Besuch macht, bemerkt in seinemTagebuch im Mai. »Er habe dort Böhmische Herrschaftenkennen gelernt, welche sich in Greiz aufgehalten um ihrenKindern die Blattern okuliren zu lassen, nämlich eine GräfinWallenstein, geb. Gräfin Sternberg, und einen Graf Boltze(?)nebst Frau, geb. Gräfin Martinitz.«
Zu S. 130. Ein »Lustspiel in Leipzig« existirt nicht. Dieangeführte Stelle v. Biedermanns beruht auf einem Missver-